Leitfaden Umgang mit Fichtenkalamitätsholz

Ergebnisse eines Verbundprojektes, gefördert von der FNR

Durch Dürre, Sturm oder Borkenkäfer geschädigtes Holz wird als Kalamitätsholz bezeichnet. Sein Zustand sollte sorgfältig beurteilt werden, denn häufig bleibt es länger nutzbar als zunächst angenommen. Der Leitfaden Umgang mit Fichtenkalamitätsholz fasst die Ergebnisse des Verbundprojektes NUKAFI zusammen, gefördert von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR. Darin geht es um die Frage, wie sich große Mengen borkenkäfergeschädigter Fichte trotz begrenzter Verarbeitungskapazitäten lagern und verwerten lassen.

Untersuchungen zeigen, dass sich die Rohstoffqualität durch geeignete Lagerungsverfahren über längere Zeit erhalten lässt. Stark geschädigte Fichten, sogenannte Dürrständer, können abhängig von den Witterungsbedingungen zunächst im Wald verbleiben. Nach etwa zwei Jahren verschlechtert sich ihr Zustand jedoch deutlich, wodurch eine weitere Verarbeitung zunehmend erschwert wird. Ein gutes Lagermanagement kann die forstliche Bereitstellungskette von der industriellen Verwertung zeitlich entkoppeln und qualitätsbedingte Wertminderungen des Rohholzes begrenzen. Mögliche Herausforderungen dabei betreffen die Arbeitssicherheit, Logistik und Kontrolle.

Der Bundesverband Deutsche Säge- und Holzindustrie (DeSH) sieht darüber hinaus politischen Handlungsbedarf. Gefordert werden zusätzliche Lagerkapazitäten sowie ein gemeinsamer Aktionsplan von Bund, Ländern und Kommunen für ein koordiniertes Kalamitätsmanagement. Am Projekt beteiligt waren neben dem DeSH das Fraunhofer WKI, das IHD Dresden, die Universität Göttingen sowie Wald und Holz NRW. Ergänzend zum Leitfaden entstand ein praxisorientiertes Merkblatt, das Holzhandel, Handwerk und Endverbrauchern Hinweise zur Verwendbarkeit des geschädigten Materials gibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von Borkenkäfern geschädigtes Fichtenholz ein wertvoller Rohstoff sein kann. Voraussetzung sind eine fachgerechte Zwischenlagerung und eine rechtzeitige Verwertung, damit Qualität und wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten möglichst lange erhalten bleiben.

Der Leitfaden wurde unter Federführung des DeSH erstellt, die Projektkoordination oblag dem Fraunhofer Institut für Holzforschung. Die im Jahr 2026 erschienene Publikation richtet sich an Waldbesitzende, die Forstwirtschaft, holzverarbeitende Betriebe, Planende, Studierende, Sachverständige und Ausführende. Sie hat 38 Seiten mit teils farbigen Abbildungen und steht zum Download kostenfrei auf der Webseite des DeSH zur Verfügung (siehe Surftipps).

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