Leckageortung: Allgemeines zu Messverfahren bei Flachdächern

Ca. 100 Mio. Quadratmeter Dachfläche werden in Deutschland jährlich abgedichtet – Tendenz steigend. Nur 40% dieser Fläche betreffen Neubauten, der weitaus größere Teil von 60% entfällt auf die Sanierung. Doch bevor eine Teil- oder Komplettsanierung durchgeführt wird, sollte das Flachdach genau untersucht werden.

Flachdächer sind besonders anfällig für Undichtigkeiten, da Regenwasser nicht wie bei Steildächern zügig ablaufen kann. Schon kleine Leckagen können gravierende Schäden an der Dachkonstruktion und dem Gebäudeinneren verursachen. Eine frühzeitige und präzise Ortung von Leckagen ist daher essenziell. Es gibt verschiedene Messverfahren zur Leckageortung bei Flachdächern, die je nach Dachaufbau, Abdichtungsmaterial und äußeren Bedingungen eingesetzt werden.

Der Einsatz von Messgeräten auf dem Flachdach ist nicht neu – einige Verfahren existieren bereits seit den 1980er-Jahren. In weiteren Beiträgen dieses Kapitels von Baunetz Wissen Flachdach stellen wir die Funktionsweisen, Vor- und Nachteile sowie mögliche Einsatzgebiete vor. Das geeignete Messverfahren hängt stark von der Konstruktion, dem Aufbau und der Auflast ab, und auch die Aufgabenstellung ist entscheidend.

Beim klassischen Warmdach mit Kiesschüttung – z.B. bei einem Einfamilienhaus mit bituminöser Abdichtung – hat sich das Elektroimpulsverfahren bewährt. Bei großen Dachflächen mit Folienabdichtung – mit oder ohne Kiesauflast – lassen sich mit dem Tracergasverfahren schnelle und gute Ergebnisse erzielen. Bei der Bauabnahme von Großflächen ist das Rauchgasverfahren am wirtschaftlichsten. Auf großen Dachflächen ist zusätzlich der Einsatz von Thermografie sinnvoll. Eine generelle Aussage, welches Verfahren bei welchem Flachdach eingesetzt werden sollte, kann man jedoch nicht treffen. Oft ist eine Kombination von Messverfahren die beste Lösung.

Abstand sollte man von der Wasserprobe nehmen. Diese wird auch heute noch für die Bauabnahme angewendet. Hierfür werden Unmengen von Wasser verschwendet. Eine Leckageortung lässt sich damit jedoch nicht durchführen. Die Aussage, „es tropft nicht, also ist das Dach dicht“ hinkt. Wurde eine bituminöse Dampfsperre mit Alueinlage eingebaut, kann kein Wasser in die darunter liegenden Räume gelangen, jedoch die Flachdachkonstruktion schon abgesoffen sein.

Eine professionelle Begutachtung durch geschulte Fachleute ist unerlässlich, um Folgeschäden zu vermeiden und die Dachabdichtung dauerhaft zu sichern.

Quelle: Michael Resch, Heinsberg

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