Lamellenarten

Raffstoren sind außenliegende Sonnenschutzsysteme, deren Lamellen sich je nach Ausführung wenden, heben und senken lassen. Form, Breite und Aufbau der Lamellen bestimmen dabei nicht nur die mechanischen Eigenschaften und die erforderliche Pakethöhe, sondern auch den Grad der Licht- und Sonneneinträge sowie die Sichtbeziehungen nach außen. Je nach Anforderungen an Sonnenschutz, Tageslichtnutzung, Windbeständigkeit und Gestaltung stehen unterschiedliche Lamellengeometrien zur Verfügung.

Flache Lamellen
Gebördelte Lamellen
Gefaltete Lamellen

Lamellenarten:

  • Flachlamellen
    eignen sich insbesondere für Einbausituationen mit begrenztem Platzangebot, da sie im hochgezogenen Zustand vergleichsweise geringe Lamellenpakethöhen erreichen. Je nach Ausführung lassen sie sich flexibel zur Regulierung von Sonneneinstrahlung und Sichtschutz einsetzen.
  • Gebördelte Lamellen
    besitzen an den Längskanten eine Abkantung, die ihre Biegesteifigkeit gegenüber flachen Lamellen erhöht. Dadurch können sie auch bei größeren Lamellenbreiten und höheren Anforderungen an die Stabilität eingesetzt werden. Aufgrund ihrer Geometrie benötigen sie im hochgezogenen Zustand in der Regel etwas mehr Platz.
  • Gefaltete Lamellen
    sind für eine gezielte Tageslichtlenkung ausgelegt. Ihre spezielle Geometrie ermöglicht es, einfallendes Tageslicht über definierte Teilflächen zu reflektieren und beispielsweise in Richtung Raumdecke zu lenken. Sonnenschutz und Tageslichtnutzung lassen sich so miteinander verbinden, ohne die Lamellen vollständig öffnen zu müssen.
  • Perforierte Lamellen
    weisen eine Vielzahl kleiner Öffnungen auf. Sie können bei geschlossenem Sonnenschutz eine begrenzte Durchsicht nach außen ermöglichen und gleichzeitig den direkten Sonnen- und Wärmeeintrag reduzieren. Perforationen kommen insbesondere bei Systemen zum Einsatz, bei denen Sonnenschutz, Blendschutz, Sichtbezug und Tageslichtnutzung miteinander kombiniert werden sollen.

Die Lamellenbreite beeinflusst neben der Optik auch die Pakethöhe, die erforderliche Einbautiefe und die Windanfälligkeit des Raffstores. Üblich sind je nach System unterschiedliche Breiten, die von schmalen Lamellen für kompakte Einbausituationen bis hin zu breiteren Lamellen für größere Fenster- und Fassadenflächen reichen, häufig im Bereich von 50 bis 100 mm. Schmalere Lamellen ermöglichen in der Regel kleinere Einbauschächte, während breitere Lamellen größere Abstände zwischen den Lamellen und damit eine geringere Anzahl an Lamellen im Behang ermöglichen. Welche Breite geeignet ist, hängt daher von der Fassadengeometrie, der gewünschten Verschattung, den Windlasten und den Anforderungen an Tageslicht und Sichtbeziehungen ab.

Die Bedienung und Führung von Raffstoren kann manuell oder motorisch erfolgen. Bei motorisierten Anlagen lassen sich die Lamellen präzise positionieren und in automatisierte Sonnenschutz- und Gebäudesteuerungen integrieren. Die seitliche Führung erfolgt je nach System über Führungsschienen oder gespannte, ummantelte Stahlseile. Gerade bei außenliegenden Raffstoren ist eine geeignete Führung wichtig, um die Lamellen bei Wind zu stabilisieren und ihre Funktion auch unter wechselnden Witterungsbedingungen sicherzustellen.

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