Kreissparkasse in Süßen

Gebäudeautomation über KNX-Steuerung

Am Fuß der Schwäbischen Alb liegt auf halber Strecke zwischen Stuttgart und Ulm das kleine Städtchen Süßen. Historische Fachwerkhäuser prägen das Zentrum, durch die Ortsmitte fließt die Fils. Unweit des Flussufers erhebt sich an einer Kreuzung das von Dauner Rommel Schalk Architekten entworfene Kundenzentrum der Kreissparkasse Göppingen.

Das Architekturbüro Dauner Rommel Schalk entwarf das Kundenzentrum der Kreissparkasse Göppingen in Süßen
Hochrechteckige Fensteröffnungen rhythmisieren die Fassade aus Muschelkalk
Eine einläufige Treppe verbindet das Erdgeschoss mit der ersten Etage

Bei der Planung des Neubaus orientierten sich die Planer an den umgebenden Bestandsbauten. An der Straßenecke ragt er vier Geschosse in die Höhe, rückwärtig passt er sich mit zwei Etagen den angrenzenden niedrigeren Nachbarhäusern an. Mit seiner hellen Muschelkalkfassade und der klaren, ruhigen Formensprache fügt er sich ebenfalls unaufdringlich in die Umgebung ein. In einem strengen Raster angeordnete, hochrechteckige Fenster rhythmisieren die Fassade gleichmäßig über alle Geschosse hinweg. An Stellen, die vor Einblicken oder der Sonne geschützt werden sollten, sind die hohen, schmalen Fensteröffnungen mit Muschelkalkplatten gefüllt. Einige von ihnen sind perforiert ausgebildet und lassen Licht in die dahinterliegenden Räume und den Treppenhausturm. Andere Platten sind geschlossen und lediglich mit punktförmigen Vertiefungen im selben Raster wie die Perforation versehen, um ein optisch einheitliches Erscheinungsbild zu erzielen. Ein weiteres Gestaltungselement sind die Fugen zwischen den Geschossen, die sich wie horizontale Bänder um das Gebäude herumziehen.

Ein leichter Rücksprung in der östlichen Fassade markiert den Eingang. Zusätzlich findet hier ein Materialwechsel statt: Die Ganzglastüren sind beidseitig von großflächigen Festverglasungen gefasst, die Wand zur Kreuzung ist mit hellgrauen Metallpaneelen verkleidet. Das lichtdurchflutete Gebäudeinnere prägen weite, offene Räume, viel Glas und viel Weiß mit wenigen farbigen Akzenten. An das Eingangsfoyer mit den Geldautomaten schließen Beratungsplätze und eine geschossübergreifende Halle mit großem Oberlicht an. Eine einläufige Treppe führt ins erste Obergeschoss, wo die Firmenkundenberatung erfolgt. In den beiden Etagen darüber befinden sich Büro- und Verwaltungsräume.

Elektro
Für das Kundenzentrum war von vornherein ein Gebäudeautomationssystem geplant, das die haustechnischen Funktionen vernetzt. Die Auftraggeber entschieden sich für den global verbreiteten KNX-Standard, der Sicherheit, Energieeffizienz und gute Bedienbarkeit vereint. Die Regelung von Licht, Rollläden, Heizung, Meldeanlagen und Klimasystemen erfolgt über KNX-Bedienpaneele mit integrierter Software. Per Touchscreen lassen sich die Funktionen steuern und visualisieren.

Ein außen montierter Kombisensor erfasst Wetterdaten wie Windgeschwindigkeit, Niederschlag und Helligkeit, die über eine Vier-Draht-Leitung an die Wetterstation übertragen werden. Aus diesen Daten errechnet das System die notwendigen Raumtemperaturen, die über KNX-Regler oder zusätzliche Taster gesteuert werden. Dazu kommt ein KNX-Präsenzmelder, der mit einem Erfassungswinkel von 360° alles wahrnimmt, was sich im Umkreis von 20 Metern bewegt und dafür sorgt, dass sich die Beleuchtung nur in Anwesenheit von Personen anschaltet. Diese bedarfsweise Steuerung spart zum einen Strom, zum anderen verlängert sich die Lebensdauer der installierten Leuchten.

Bautafel

Architekten: Dauner Rommel Schalk Architekten, Göppingen/Stuttgart
Projektbeteiligte: C. Hagedorn Ingenieure, Göppingen (Tragwerksplanung); Conplaning, Neu-Ulm (Haustechnik); Drees & Sommer, Stuttgart (Bauphysik); Fritzen 28, Esslingen (Brandschutz); Heinrich Weinbuch, Süßen (Heizung, Sanitär); WSH, Schnelldorf (Lüftung); Peter Nägele Elektrotechnik, Süßen (Elektroinstallation); Jung, Schalksmühle (KNX-System und -schalter, Präsenzmelder)
Bauherr: Kreissparkasse Göppingen
Fertigstellung: 2015
Standort: Heidenheimer Straße 57, 73079 Süßen
Bildnachweis: Brigida Gonzalez, Stuttgart

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