Holzbaukongress 2024 in Berlin: Rückschau

Wege und Lösungen aus der Krise beim „Bauen mit Holz im urbanen Raum”

Fünf Jahre Holzbau-Kongress in Berlin – unter dem Motto Bauen mit Holz im urbanen Raum hatte das Forum Holzbau Deutschland am 11. und 12. Juni 2024 ins Hotel MOA in Moabit eingeladen. Und es kamen viele: Rund 660 Teilnehmende und 70 Aussteller fanden sich zusammen, um sich zu informieren und auszutauschen, um Unsicherheiten zu klären, Wege und Lösungen aufzuzeigen. Den Holzbau fördern wollen die Veranstalter, ein Zusammenschluss von Hochschulen im deutschsprachigen Raum in Zusammenarbeit mit der Industrie.

Über die Marktdaten und zu erwartende Entwicklungen ging es im Vortrag von Martin Langen vom Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten aus Bonn.
Der soziale Wohnungsbau werde sich wieder lohnen – die Umplanung von ursprünglich anders gedachten Wohnprojekten nannte er als einen Weg aus der Krise.
Das Interesse seitens der Immobilienwirtschaft, von Planenden und Industrie am Holzbau ist nach wie vor groß.

Chancen in der Krise

Auch der Holzbau könne sich der Krise nicht entziehen, so Denny Ohnesorge vom Landesbeirat Berlin Brandenburg in einem einleitenden Statement. Besondere Chancen berge jedoch die serielle Sanierung und der mehrgeschossige Wohnungsbau, dessen Anteil in Deutschland noch bei nur sechs bis acht Prozent liegt. Den „Stand der ESG-Transformation und die Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft“ beleuchtete Christiane Conrads von PricewaterhouseCoopers aus Frankfurt. Ihre Schilderungen waren teils dramatisch: An die Erreichbarkeit des Klimazieles, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, glaube heute niemand mehr. Die 1,1°C seinen bereits Realität und mit ihnen Keller unter Hochwasser und Dachgeschosse überhitzt. Für die nächsten 25 Jahre prognostizierte sie weltweit Kämpfe um Wasser, Holz und Nahrungsmittel. Im globalen Vergleich der ESG-Konzepte (Environmental Social Governmental) hob sie hervor, China arbeite an einer sehr strengen CO2-Regelung. Sie lobte den „Green Deal“ der EU, auch wenn die Europäische Union für ihren Fokus auf die Regulierung („Governance“) bekannt sei. Perspektivisch müsse es so sein, dass die Verursacher von Überflutungen für die Schäden bezahlen und nicht die Betroffenen.


Modular und seriell

Einen bevorstehenden Durchbruch sieht Martin Langen vom Marktforschungsinstitut B+L Marktdaten aus Bonn für das modulare, vorgefertigte Bauen. Gerade im Nichtwohnbau sei eine serielle Fertigung sinnvoll, in erster Linie für Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser. Auch der soziale Wohnungsbau werde sich wieder lohnen – die Umplanung von ursprünglich anders gedachten Wohnprojekten nannte er einen Weg aus der Krise.

Aufstocken, Nachverdichten, Mehrfachnutzen

Aufgrund der großen Themenvielfalt fand ein Teil der Vorträge parallel in verschiedenen Sälen statt. Wichtige Themen waren Aufstockung und Verdichtung: Annette Hafner von der Ruhr-Universität Bochum sprach über „Aufstocken statt Abriss – ein Beitrag zum Klimaschutz“, Susanne Sturm von CRKS Architekten berichtete über den Umbau und die Nachverdichtung eines Schulbaus in Neuruppin (siehe Bauwerke zum Thema) und Jörg Finkenbeiner von Partner und Partner Architekten stellte gemeinsam mit André Meyer von der GLS Gemeinschaftsbank das kreislauffähige Holzhochhaus „Woodscraper“ vor. Martin Haas vom Architekturbüro Haascookzemmrich sieht künftiges Potenzial in einer nachhaltigen Stadtgesellschaft, in der öffentliche Räume mehrfach genutzt werden, und Mehrgenerationenhäusern, die überwiegend ohne Heizung und Kühlung auskommen, was bereits heute möglich ist.

Nicht nur in den Vorträgen, auch in den anschließenden Diskussionen zeigten sich die teils unterschiedlichen Auffassungen und Planungsansätze. Die zahlreichen Regularien, strenge Brandschutzvorgaben und oftmals langwierige Verfahren zur Genehmigung einer Bauart sind vielen ein Dorn im Auge. Dass die Gestaltung bis ins Detail eine wesentliche Grundlage jeder Planung ist, dass der Bestand so weit als möglich genutzt und erhalten bleiben soll, dass Holz eine Schlüsselrolle im gegenwärtigen und künftigen Bauen spielt – das jedoch scheint Konsens zu sein. -us

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Beim Impulszentrum Reininghausgründe in Graz von 2004 (Architekt Hubert Rieß) wurden die Großraumbüros eines Gründerzentrums jeweils aus zwei Raumzellen zusammengesetzt, deren Decken einseitig auf Trägern und Stützen aufliegen.

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Varianten der Fassadenbekleidung in der seriellen Sanierung

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Holzkonstruktionen erlauben eine weitgehende Vorfertigung großer Bauteile, die dann auf der Baustelle in kürzester Zeit montiert werden können (im Bild: Holzhaus Lynarstr., geplant von Schäferwenningerprojekt, Berlin).

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Einführung

Urbaner Holzbau

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Ansicht aus südwestlicher Richtung auf den sanierten Gebäuderiegel (und den Haupteingang links im gläsernen Anbau)

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