Grundschule in Neubiberg

Farbige vertikale Lamellen aus Aluminium

An einem leicht geneigten Grundstück westlich von Unterbiberg bei München, begrenzt durch den Hachinger Bach auf der einen und eine stark befahrene Straße auf der anderen Seite, befindet sich die Grundschule Neubiberg mit integriertem Kindergarten und Turnhalle. Der zweigeschossige und zweibündige, offene und strahlend farbige Baukörper trennt den östlichen Freibereich am Bach von den gegenüberliegenden Sportflächen. Die Turnhalle im Westen ist auf halber Höhe eingegraben und im Untergeschoss mit der Schule verbunden.

Angenehmes warmes Licht im Innenraum
Besonders am Abend wirkt das Gebäude leicht und transparent
Vertikale Alulamellen in Rot und Gelb

Die Schule wird fußläufig aus südlicher Richtung von der Straße Am Hachinger Bach erschlossen. Das auskragende Obergeschoss markiert den Eingang zur zweigeschossigen Pausenhalle, die sich mit ihrer großflächigen Verglasung nach Osten zum Pausenhof öffnet. An die Halle schließen ein Mehrzweck- und ein Musikraum, ein Pausenverkauf, Sanitärräume sowie im rückwärtigen Bereich der Kindergarten an, der über einen zweiten Eingang im Westen separat erschlossen wird.

Eine zentrale Achse mit durchgehenden Oberlichtern führt zu den übrigen Bereichen, alle Klassen- und Gruppenräume sind nach Osten zum Biotop, alle Nebenräume nach Westen zur Straße orientiert. Das Obergeschoss mit Verwaltung und Klassenzimmern ist über Lufträume mit dem Erdgeschoss verbunden und wird ebenso wie das Untergeschoss mit Nebenräumen, Technik, Umkleiden und Zugang zur Turnhalle über ein zentrales Treppenhaus auf der Westseite erschlossen.

Die Schule ist errichtet aus Stützen, Decken und aussteifenden Wänden aus Stahlbeton, das Dach besteht aus einer massiven Betondecke und ist extensiv begrünt. Die Turnhalle ist als Stahlkonstruktion mit Holzdecke konzipiert und ebenfalls begrünt. Die geschlossenen Fassadenbereiche sind mit Faserzementtafeln bekleidet, die übrigen bestehen aus einer verglasten hölzernen Pfosten-Riegel-Konstruktion. Gliederndes und für die Schule charakteristisches Merkmal sind außenliegende, umlaufende Flucht- und Reinigungsbalkone im Obergeschoss mit vorgehängtem Sonnenschutz aus roten und gelben Lamellen.

Sonnenschutz
Viel Licht und Luft bringt die transparente Fassade mit vorgehängten großformatigen Lamellen in die Klassenzimmer. In verschiedenen Rottönen, vereinzelt auch in Gelb, sind sie hochkant nebeneinander angeordnet und umschließen fast das gesamte Obergeschoss des rechteckigen Baus. Automatisch gesteuert folgen sie dem Sonnenstand, öffnen und schließen sich je nach Lichtintensität, zeigen sich bewegt und durchlässig. Auch innen sorgen sie für angenehmes, warmes Licht.

Die Lamellen sind an einem außenliegenden, umlaufenden Balkon aus Gitterrosten in verzinktem Stahl montiert, sodass ein Gang zwischen der eigentlichen Gebäudehaut und der Hülle als Sonnenschutz entsteht. Dieser dient als Fluchtweg und der Bau erhält über die geschichtete Fassade eine gewisse Leichtigkeit. Die Lamellen sind im Norden starr, an der Süd-, Ost- und Westfassade beweglich angebracht und werden automatisch dem Sonnenstand nachgeführt. Sie sind in 22 Gruppen zusammengefasst, die unterschiedlichen Nutzungsbereichen innerhalb der Schule entsprechen und auf den Sonnenstand abgestimmt sind. Dafür wurden die Umlaufbahnen und Projektionswinkel der Sonne auf die Fassade ermittelt und daraus resultierend die jeweiligen Wärmelasten. Die Position der Lamellen lässt sich darüber hinaus in jedem Raum über Taster individuell einstellen.

Die vertikalen Sonnenschutzelemente (342 cm hoch, 58 cm breit und 5,5 cm tief) aus einem mit Streckgitter überzogenen Alurahmen sind oben und unten mit Edelstahlbolzen gelagert. Motoren und Schubstangen sind am oberen Rand untergebracht, die Steuerung erfolgt über einen EIB-Bus .

Auch bei starkem Wind bleiben sie einsatzfähig, im Orkanfall verharren sie in einer definierten neutralen Stellung. Jeder Rahmen besteht aus vier auf Gehrung gesägten Profilrohren und wurde extra für die Grundschule angefertigt. Rahmen und Streckmetall wurden separat pulverbeschichtet und anschließend mit selbstschneidenden Edelstahl-Senkschrauben zusammengefügt. Die Maschen des Streckmetalls variieren mit freien Querschnitten von rund 25 mm Länge und rund 3,5 mm Breite, die Stege sind etwa 5 mm breit, die Materialstärke beträgt 2 mm. Die vielen einzelnen Hauben, die beim Strecken des Metalls entstehen, wirken aus der Nähe betrachtet in beide Blickrichtungen transparent. Sie schützen also vor Sonne, ermöglichen aber dennoch den Blick von den Klassenzimmern ins Grüne. -us

Bautafel

Architekten: Krug & Partner, München
Projektbeteiligte: Colt International, Kleve (Sonnenschutz)
Bauherr: Gemeinde Neubiberg
Fertigstellung: 2008
Standort: Am Hachinger Bach 3, Unterbiberg
Bildnachweis: Colt International, Kleve

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Funktionen

Tageslichtnutzung

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