Green Farming Markt in Berlin eröffnet
Sichtbares Tragwerk aus massiven Holzstützen
Das modulare Holztragwerk sorgt für hohe und helle Verkaufsräume, auf dem Dach wächst Salat in Gewächshäusern: Der neue REWE Green Farming Markt in Berlin-Lankwitz hat eine Fläche von rund 2.150 Quadratmetern. Nach dem 2021 eröffneten Pilotprojekt in Wiesbaden (s. a. Tipps zum Thema) ist mit dem Berliner Markt das von den Londoner Architekten ACME entwickelte Green-Farming-Konzept zum zweiten Mal umgesetzt worden. Architektonisch prägend ist vor allem das sichtbare modulare Holztragwerk, für das circa 1.800 Kubikmeter heimisches Nadelholz zum Einsatz kommen.
Holzstützen und Gitter formen Gewölbe
Das Tragwerk in Skelettbauweise aus regional erwirtschaftetem Fichten- und Lärchenholz ergänzen massive aussteifende Wandscheiben. 72 massive Holzstützen sind in einem Raster von etwa acht mal acht Metern angeordnet. Darüber lagern kreuzweise angeordnete Holzbalkengitter, die sich nach oben hin vergrößern und an Kapitelle denken lassen. So entsteht eine Art Gewölbe, das dem Verkaufsraum einen erhabenen Charakter verleiht. Die Dachplatte besteht aus Brettschichtholz und Brettsperrholz. Die Verbindungen sind mechanisch ausgebildet: Die Brettsperrholzplatten werden durch orthogonal zur Spannrichtung verlaufende Balkenlagen gekoppelt.
Langfristige Nutzung nachwachsender Rohstoffe
Die Holzkonstruktion folgt einem konsequent modularen und kreislauffähigen Prinzip. Die Bauteile mit standardisierten Abmessungen sind so gefügt, dass sie sich am Ende der Nutzungsdauer demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen. Eine langfristige Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist hier berücksichtigt. Großzügige Glasfassaden sorgen für viel Tageslicht und Sichtbeziehungen zur Umgebung. Die offene Konstruktion und sichtbare Materialität erzeugen eine Atmosphäre, die eher an eine traditionelle Markthalle als an einen konventionellen Supermarkt erinnert.
Gewächshaus auf dem Dach nutzt Regenwasser
Die sogenannte Dachfarm ist etwa 2.760 Quadratmeter groß. In dem gleichfalls modularen Gewächshaus werden Pflanzen in einem automatisierten hydroponischen System nahezu ohne Erde kultiviert. Sie erhalten mehrmals täglich eine Nährstofflösung und werden mit Regenwasser bewässert, das auf dem Dach gesammelt und in einer Zisterne gespeichert wird. Während der etwa 23 Tage bis zur Ernte bewegen sich die Pflanzen auf speziellen Trays durch das Gewächshaus. Auf diese Weise wird Lebensmittelproduktion unmittelbar mit dem Ort des Verkaufs verbunden.
Ergänzt wird das Nachhaltigkeitskonzept durch rund 200 Photovoltaikmodule. Konstruktion, Energiegewinnung, Regenwassernutzung und lokale Lebensmittelproduktion greifen ineinander. Bei der zeitgemäßen Markthalle sind Architektur und Lebensmittelproduktion sichtbar zusammengeführt.
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