Grauwassernutzungsanlagen
Grauwasser ist mit rund 50-70 Litern pro Person und Tag der mengenmäßig größte Anteil des häuslichen Abwassers. Grauwasser ist nach DIN EN 12056-1 definiert als fäkalienfreies häusliches Abwasser aus Duschen, Badewannen, Handwaschbecken oder der Waschmaschine. Da es wesentlich geringer belastet ist Schwarzwasser, ist es recht einfach zu behandeln. So lässt sich mit Grauwassernutzungsanlagen hygienisch sauberes Betriebswasser erzeugen, das für die Toilettenspülung, zur Gebäudereinigung oder auch Bewässerung von Grünflächen genutzt werden kann.
Das Einsparpotenzial durch Grauwassernutzung beträgt in einem 4-5-Personen-Haushalt mehr als 90.000 Liter pro Jahr. Dabei wird nicht nur Trinkwasser gespart, sondern auch das wesentlich teurere Abwasser reduziert. Je nach Anlage kann Grauwasser mit unterschiedlichen mechanischen, physikalischen oder biologischen Verfahren und ohne den Zusatz von Chemikalien aufbereitet werden. Aufgrund seiner günstigen Temperatur lässt sich Grauwasser auch für die Wärmerückgewinnung in einer Wärmepumpe für die Raumheizung nutzen.
Vierstufiges Verfahren zur Aufbereitung von Grauwasser
Im Folgenden ist ein vierstufiges biologisch-mechanisches Verfahren beschrieben, das exemplarisch die verschiedenen Schritte zur Aufbereitung von Grauwasser zeigt.
Stufe 1: Vorfiltration (in Behälter 1)
Das Grauwasser fließt über einen Filter mit automatischer Rückspülung in die Vorrecyclekammer (Behälter 1). Die elektronisch gesteuerte Rückspülung reinigt den Filter mit dem am Ende (in Behälter 3) gewonnen Betriebswasser und leitet das anfallende Schmutzwasser in die Kanalisation ein.
Stufe 2: Vorreinigung (in Behälter 1)
In Behälter 1 (der Vorrecyclekammer) erfolgt anschließend die Vorreinigung des Wassers. Nach einer dreistündigen Aufbereitungszeit wird es zur weiteren Reinigung in die Hauptrecyclekammer (Behälter 2) gepumpt. In beiden Behältern wird das Wasser biologisch unter aeroben Bedingungen durch die Zufuhr von Sauerstoff gereinigt. Dabei siedeln sich Mikroorganismen auf frei schwebenden Schaumstoffkörpern an und reinigen das Füllwasser. Der Reinigungsprozess ist automatisch gesteuert.
Stufe 3: Sedimentabzug (Behälter 2)
Die durch die biologische Reinigung entstehenden Sedimente setzen sich in den Behältern 1 und 2 ab. Sie werden in regelmäßigen Abständen vollautomatisch abgesaugt und in die Kanalisation abgeführt.
Stufe 4: Entkeimung (in Behälter 3)
Bevor das Wasser in die Betriebswasserkammer (Behälter 3) gepumpt wird, erfolgt eine Entkeimung mit UV-Licht-Desinfektion. Danach ist das Wasser ist hygienisch unbedenklich und geruchsfrei. Anschließend bringt eine eingebaute Druckpumpe das Betriebswasser auf den maximalen Betriebsdruck von 4,6 bar. Das aufbereitete Wasser steht nun zur Entnahme bereit. Die Druckpumpe ist dank eines Druckschalters nur dann aktiv, wenn Betriebswasser benötigt wird, wie beispielsweise beim Betätigen einer WC-Spülung. Steht nicht genügend Betriebswasser zur Verfügung, wird automatisch Trinkwasser nachgespeist. Die Einspeisung erfolgt über eine Füllstandregelung im Behälter 3.
Installation und Wartung
Die Installation einer Grauwasseranlage erfolgt ausschließlich
über eine Fachfirma. Dabei ist die strikte Trennung der
Trinkwasserinstallation von Grauwasserleitungen gemäß DIN 1988 -
Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen zu beachten.
Die Kennzeichnung der Grauwasserleitungen, auch
Betriebswasserleitungen genannt, sowie aller Zapfstellen ist
verpflichtend.
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