Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)

Der Gesamtenergiedurchlassgrad, kurz g-Wert genannt, erfasst die Energiedurchlässigkeit eines transparenten Bauteils, wie etwa einer Verglasung. Er setzt sich zusammen aus der direkt durchgelassenen Sonnenstrahlung und der sekundären Wärmeabgabe, die vom Glas nach innen durch Abstrahlung und Konvektion erfolgt.

Sonnenschutzglas am Bundeskanzleramt in Berlin (von Axel Schultes und Charlotte Frank)
Durchbruchhemmendes Sonnenschutzglas am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin (von Stephan Braunfels Architekten)
Sonnenschutzglas im Innenhof der Messe Leipzig (von gmp Architekten)

Ein g-Wert von 1 entspricht einem Energiedurchlass (Wärmegewinn) von 100%. Herkömmliches Glas ohne Beschichtung hat einen g-Wert von ca. 0,85 oder 85%, das bedeutet, dass 85% der eingestrahlten Energie in den Raum hinter der Glasscheibe gelangen kann. Der Rest wird reflektiert oder von der Scheibe absorbiert. Bei einer modernen Dreifachverglasung liegt der Wert bei etwa 0,55. Eine Verringerung des Durchgangs von solarer Strahlung (= niedrigerer g-Wert) lässt sich durch folgende Maßnahmen erreichen:

  • Anordnung einer Beschichtung auf der Außenscheibe von Isolierverglasung: Die Beschichtung besteht aus Edelmetallen und wird auf der Scheibenoberfläche zum Scheibenzwischenraum aufgebracht
  • Anordnung einer überwiegend reflektierenden Oxidschicht oder einer reflektierenden und absorbierenden Oxidschicht
  • In der Masse eingefärbte Gläser (= Absorptionsgläser): Sie fangen die Wärmestrahlung der Sonne ein und führen die Energie nach beiden Seiten ab. Da die Wärmeabgabe nach innen nur ein Drittel beträgt, reduziert sich der Strahlungsdurchgang.

Fensterflächen aus Isolierglas sollen üblicherweise eine kombinierte Schutzwirkung gegenüber solarer Strahlung (Sonnenschutzwirkung) und Wärmeschutz gewährleisten. Zu diesem Zweck werden die Isoliergläser aus Glasscheiben mit verschiedenen Beschichtungen zu einer Einheit zusammengesetzt: Auf der Innenseite der Außenscheibe wird die oben beschriebene Beschichtung zur Reduzierung des g-Wertes aufgebracht. Für den Wärmeschutz bzw. die Reduzierung des U-Wertes sorgt eine zusätzliche Metallbeschichtung. Sie wird bei einem 2-fach Isolierglas auf der gegenüberliegenden Scheibe im Scheibenzwischenraum angeordnet. Handelt es sich um ein 3-fach Isolierglas wird die Beschichtung auf der Außenseite der Innenscheibe aufgebracht. Bei der Montage der Isolierglasscheibe ist auf die richtige Ausrichtung zu achten.

Um die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) zu erfüllen, ist im Neubau der Primärenergiebedarf im Vergleich zu einem Referenzgebäude aussschlaggebend. Festgelegt sind Kennwerte aus dem Referenzgebäude und Maximalwerte. Für Fenster beispielsweise liegt der UW-Wert bei maximal 1,3 W/m²K, der g-Wert bei 0,6. Wichtig dabei ist, dass sich diese Angaben auf die Vorgabewerte des Referenzgebäudes beziehen und keine Mindestanforderungen darstellen. Die Höchstwerte des Gesamtenergiedurchlassgrades (Referenzgebäude) bei erstmaligem Einbau, Ersatz und Erneuerung von gegen Außenluft angrenzenden Fenstern, Fenstertüren, Dachflächenfenstern und Glasdächern lauten exemplarisch für Nichtwohngebäude mit Innentemperaturen von mindestens 19°C im Heizfall:

  • Fenster und Fenstertüren: g = 0,60
  • Dachflächenfenster: g = 0,60
  • Vorhangsfassaden: g = 0,48
  • Glasdächer: g = 0,63
  • Lichtbänder: g = 0,55
  • Lichtkuppeln: g = 0,64

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