Gartenpavillon in Prag

Karbonatisierte und aufklappbare Fassade

Zentral in der tschechischen Hauptstadt Prag, in unmittelbarer Nähe zur Moldau befindet sich auf einem rund 5.000 Quadratmeter großen Grundstück ein Gartenhaus, das mehrere Funktionen vereint: Bei schlechtem Wetter bietet es einen geschützten Raum in der Natur mit der Möglichkeit, zu übernachten. Im Winter ermöglicht es die Lagerung von Pflanzen. Jan Holub und Tomáš Hanus, die unter dem Namen Byró architekti in Prag tätig sind, entwarfen einen zweigeschossigen Pavillon in Holzbauweise, dessen Vorderseite sich öffnen lässt. 

Die Fassade ist im unteren Bereich zur Seite aufklappbar.
Eine zweite Wand aus lichtdurchlässigem Polycarbonat dient als Schutz bei schlechtem Wetter.
Die Wand aus Polycarbonat lässt sich mittels einer Konstruktion aus Stahlseilen, Flaschenzügen und Gegengewichten nach oben aufklappen.

Konstruktion aus Holz und Polycarbonat

Der etwa 20 Quadratmeter große Pavillon steht auf den Betonfundamenten einer ursprünglichen, baufällig gewordenen Gartenlaube. Er ist fünf Meter hoch und hat eine Grundfläche von drei mal fünf Metern. Das Häuschen dient einer jungen Familie als Rückzugsort unweit ihrer Stadtwohnung. Wenn sie im Garten sind, möchten sie möglichst viel Zeit im Freien verbringen. So soll das Bauwerk bei Regenwetter Schutz bieten und sich zugleich in die Natur einfügen. Die nördliche Vorderseite lässt sich mittels aufklappbarer Holzwände öffnen; dadurch entsteht ein fließender Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Eine zweite Wand aus lichtdurchlässigem Polycarbonat lässt sich dank einer Konstruktion aus Holzrahmen und Stahlseilen, Flaschenzügen und Gegengewichten nach oben aufklappen. Auf diese Weise entsteht ein weit auskragendes Vordach für den geschützten Aufenthalt im Freien.


Der Pavillon ist umgeben von üppigen Gärten, Gewächshäusern und Gartenlauben, die vorrangig als Lagerräume dienen. Die Häuser sind überwiegend aus dunklem Holz gefertigt, nahezu fensterlos und schlicht. Um das neue Gebäude anzupassen, entschieden sich die Architekten für eine Fassade aus karbonisiertem Fichtenholz, behandelt nach der japanischen Shou-Sugi-Ban-Technik. Bei dieser Art Holzkonservierung wird das Nadelholz auf einer Seite gebrannt. Auf den Brettern entsteht eine dunkle Kohleschicht, die das Holz gegen Insektenbefall und Witterungseinflüsse widerstandsfähig macht.

Lichtdurchfluteter Innenraum

Konzipiert in Holzständerbauweise, kommt auch im Innenraum des Hauses überwiegend Holz zum Einsatz. So befindet sich an der Rückwand ein langes Bücherregal aus Holz mit einer Leiter, die zu einer Galerieebene mit Schlafplatz führt. Sämtliche Möbel sind in Holz gefertigt. Als Bodenbelag kam helles Lärchenholz zum Einsatz. Die Seitenwände sind weiß verputzt. Kleine Fenster und ein Oberlicht sorgen für Tageslicht im Innenraum. In Kombination mit der Wand aus Polycarbonatpaneelen bietet der Innenraum auch im Winter, in geschlossenem Zustand ausreichend Tageslicht für die Lagerung der Pflanzen. Der Pavillon ist nicht an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert Strom für die Grundversorgung und die Beleuchtung.

Bautafel

Architektur: BYRÓ architekti, Prag
Projektbeteiligte: Viktor Bakstein (Bauingenieur)
Bauherr/in: Privat
Fertigstellung: 2023
Standort: Prag
Bildnachweis: Alex Shoots Buildings, Prag

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Holz im Außenbereich

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Aus der Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit sind Überreste von Pfahlbauten erhalten, die eine frühe Holzbaukultur der Bodenseeregion und der Ostschweiz dokumentieren (im Bild: Unteruhldingen am Bodensee).

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