Funkelnd zum Jubiläum

Sanierung des Berliner Funkturms

Bereits vor sieben Jahren durfte der untere Abschnitt des berühmten Berliner Funkturms am westlich gelegenen Messegelände saniert werden. In regelmäßigen Zeitabständen steht ein Korrosionsschutz und die Erneuerung der Beschichtung für die 147 Meter hohe Stahlkonstruktion an. Während 2018 den Zeitdruck die inzwischen jährlich stattfindende Internationale Funkausstellung IFA im Herbst vorgab, ist dieses Mal der 100. Geburtstag des Turms der Anlass, ihn herauszuputzen. 1926 wurde er errichtet und bereits seit 1966 steht er unter Denkmalschutz.

147 Meter ragt der elegante Turm aus dem Jahr 1926 über das Messegelände im Westen Berlins.
Verwendet wurden zwei gleichzeitig bediente Klettergerüste, die sukzessive von unten nach oben bzw. von oben nach unten umgelegt wurden.
Ein Gerüsttreppenturm mit einem Meter Stufenbreite erschloss die Arbeitsebenen oberhalb der Restaurantkanzel.

Die periodisch notwendige Instandhaltung traf beim filigranen Fachwerkturm durchaus auf logistische und ingenieurtechnische Herausforderungen. Um den alten Anstrich zu entfernen, den Korrosionsschutz zu erneuern und die Stahlbauteile neu zu beschichten, waren Hilfskonstruktionen und Arbeitsgerüste vonnöten, die Präzision und Sicherheit erforderten. War die letzte große Sanierungsmaßnahme im niedrigeren Abschnitt bis zur Restaurantkanzel noch mithilfe eines freistehenden Gerüsts möglich, so war nun, mit dem zweiten Bauabschnitt ab rund 50 Metern Höhe bis zur oberen Plattform, eine neue Methodik gefragt.

Klettergerüste in zwei Richtungen

Wieder kamen Gerüstlösungen des Herstellers Peri zum Einsatz, diesmal jedoch als Hängegerüst. Die Einrüstung erfolgte entsprechend nur sukzessive, nicht zuletzt um die zusätzlichen Windlasten auf das historische Bauwerk zu minimieren. Die auf dem Peri Up Gerüstbaukasten basierende Lösung hatten Ingenieure des Herstellers gemeinsam mit Experten des Unternehmens Berliner Universal Gerüstbau entwickelt. Im Vorfeld wurden acht Arbeitsabschnitte mit jeweils knapp zehn Metern Höhe definiert. Dabei waren je zwei Abschnitte zeitgleich belegt: Während sich der untere Abschnitt von der Restaurantkanzel sukzessive nach oben bewegte, kletterte der obere Abschnitt von der Aussichtsplattform in 126 Metern Höhe langsam nach unten. Dabei galt es, die sich nach oben verjüngende Turmgeometrie in der Gerüstkonstruktion zu berücksichtigen.

Modulares System

Zum Umsetzen der Gerüste nach oben bzw. unten nutze man einen Trägerrost aus Variokit-Systembauteilen. Mithilfe dieser Auflagerkonstruktion konnten die hohen Lasten über große Spannweiten hinweg in die Turmkonstruktion abgeleitet werden. Das Konzept erlaubte eine Lastverteilung über lediglich zwei Trägerlagen hinweg, sodass die Bauhöhe und der Materialeinsatz minimiert und entsprechend auch das Eigengewicht reduziert werden konnten. Integrierte Unterspannungen erhöhten dabei die Tragfähigkeit. Für die Gerüstbauer war außerdem von Vorteil, dass sich die handlichen Zwei-Meter-Bauteile auch in großer Höhe zu über zehn Meter langen und tragfähigen Stahlträgern koppeln ließen.

Gerüstbauunternehmen: Universal Gerüstbau GmbH, Berlin; Projektbetreuung: PERI Niederlassung Berlin; Competence Center Gerüst, Weißenhorn

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