Fensterkorb

Bauchige Fenstergitter für vertikale Fassadenbegrünung

Mit Fensterkorb – ein heute wenig gebrauchter, doch anschaulicher Begriff – wird ein Fenstergitter bezeichnet, das sich im unteren Teil wie ein Korb oder eher noch wie ein dicker Bauch nach außen wölbt. Diese Gitter sind meist kunstvolle schmiedeeiserne Handwerkerarbeiten. Sie schützen die Fensteröffnung vor unerwünschten Eindringlingen und ermöglichen das Hinauslehnen. Vor allem aber dient die Auswölbung der sicheren Halterung von Blumen- und Pflanzentöpfen.

„Dicker Bauch“ über der Sohlbank
Fensterbänke als Bestandteile eines Fensters mitsamt Laibungen, Konsolen, Sohlbänken und Stuckschmuck
Gitter in einer plastischen Reihung

Eben durch diesen Korb wird die eigentliche Sohlbank – der untere Querriegel eines Fensters – auskragend vergrößert, bei besonders voluminösen Ausbuchtungen verdoppelt und sogar verdreifacht. Fensterkörbe sitzen entweder einzeln vor einer Fensteröffnung oder überspannen mehrere Felder. Durch ihre Form und ebenso durch die Farben, Blüten und Blätter der in ihnen wachsenden Blumen sind sie also Teile einer lebendigen Fassadengestaltung.

Historische Fensterkörbe sind aus Band- oder Rundeisen geschmiedet, oft mit metallenen Ranken, Blättern, Rosetten oder anderen verschnörkelten Formen verziert und anschließend überwiegend schwarz, dunkelgrün oder auch mit farbigen Akzenten lackiert. Bei besonders repräsentativen Gebäuden können in das Gitter Monogramme, Wappen und Jahreszahlen eingearbeitet sein.

In den vergangenen Jahren wurden viele Fensterkörbe abmontiert, weil sie beispielsweise verrostet waren. Aber auch bei Fassadensanierungen mit zusätzlichen Wärmedämmschichten passten sie geometrisch nicht mehr in oder über die Laibungen und wurden dann, wenn überhaupt, durch einfache flache Sicherheitsgitter ersetzt.

Aktuell erleben diese Gitter jedoch als traditionelle vertikale Fassadenbegrünung eine neue Wertschätzung. So finden sich historische Fensterkörbe in Antiquitätenläden und bei Online-Auktionen. Gute Metallhandwerker restaurieren, reparieren, führen Anpassungen und Änderungen aus, und fertigen auch neue bauchig gebogene Gitter, die Pflanztöpfe und -tröge halten.

Blühende und üppig hängende Pflanzenteppiche wie mit Geranien oder Petunien verzierte Fassaden lassen zwar wenig an Klimaschutz denken, aber sie sind ökologisch unterschätzt. Nicht nur in Ergänzung mit Seil- und Netzsystemen für Rank- und Schlingpflanzen wie z.B. Weinrebe, Blauregen oder Pfeifenwinde können bepflanzte Fensterkörbe wirksam das urbane Mikroklima verbessern.

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