Erste Campus in Wien

Büroensemble mit parkartiger Dachlandschaft

Im Wiener Stadtzentrum, zwischen Schloss Belvedere und Hauptbahnhof, befindet sich der Erste Campus, die Unternehmenszentrale der Erste Immobilien Kapitalanlagengesellschaft. Mit seinen geschwungenen Bürohochhäusern nimmt das Ensemble einen gesamten Baublock ein und bildet eine räumliche Schnittstelle zwischen den angrenzenden Quartieren. Ausgangspunkt des städtebaulichen Konzepts war die Lage unmittelbar am Rand des Schweizergartens mit besagtem Schloss. Die Ausrichtung zum Park, die Integration großzügiger Grünflächen auf Dächern und Terrassen sowie das Ziel, eine hochwertige Arbeitsumgebung zu schaffen, prägen den Entwurf von Henke Schreieck Architekten.

4.500 Mitarbeitende sind in dem Gebäudekomplex untergebracht.
Der Unternehmenscampus setzt sich aus drei organisch geformten, zehn- bis zwölfgeschossigen Volumen zusammen.
Die Dachflächen der Bürotürme sind extensiv begrünt.

Städtebauliche Einbindung

Der Unternehmenscampus für rund 4.500 Beschäftigte setzt sich aus drei organisch geformten, zehn- bis zwölfgeschossigen Volumen zusammen. Verbunden sind sie durch einen zweigeschossigen Sockelbau mit einem ebenso fließend ausgeführten, begehbaren Gründach. Die beiden unteren Ebenen sind öffentlich zugänglich und binden den umliegenden Stadtraum über die geschwungene Durchwegung mit Plätzen und Grünflächen in das Areal ein. Zusätzlich erhöhen Restaurants und Cafés in der Sockelzone die Aufenthaltsqualität.

Offene Arbeitswelt hinter gläserner Fassade

Bei allen Fassaden bilden raumhohe Verglasungen zwischen dunkel bekleideten Geschossdecken durchgehende horizontale Bänder. Die Konstruktion ist als zweischaliges System ausgebildet: Eine äußere, rahmenlose Festverglasung erzeugt die homogene und ruhige Oberfläche. Raumseitig befindet sich eine Holzrahmenkonstruktion mit teilweise öffenbaren Fensterflügeln zur natürlichen Belüftung. Der Sonnenschutz ist zwischen den beiden Fassadenebenen integriert. 

Die Innenräume sind als zeitgemäße Bürowelt konzipiert. Separierte Konferenz- und Besprechungsräume reihen sich an offene Arbeitslandschaften mit flexibler Platzwahl nach dem Shared-Desk-Konzept. Somit sind vielfältige Nutzungsszenarien möglich.

Parkartige Dachlandschaft mit vielfältigen Begegnungsräumen

Maßgeblich zur Qualität der Arbeitswelt tragen der großzügige Tageslichteinfall, die weiten Sichtbezüge über den Campus hinweg sowie die Außenraumbezüge auf mehreren Ebenen bei. Insbesondere die organisch ausgebildete Dachlandschaft zwischen den Gebäudekomplexen bietet hochwertige, parkähnliche Aufenthalts- und Erholungsbereiche für Pausen. Eingeschnittene Innenhöfe, Brücken und Treppenanlagen erzeugen ein vielfältiges räumliches Erlebnis mit unterschiedlichen Begegnungszonen und Wegeverbindungen.

Grüne Dachflächen als ökologischer Mehrwert

Die Dachflächen der Bürotürme sind als extensiv begrünte Systeme ausgebildet, während das Dach über dem verbindenden Sockelbau intensiv begrünt ist und damit den angrenzenden Schweizergarten als begehbare Grünfläche fortführt. Durch die differenzierte Gestaltung mit abgestuften Nutzungszonen, variierenden Belägen und vielfältigen Vegetationsstrukturen entsteht eine abwechslungsreiche Dachlandschaft, die zugleich einen ökologischen Mehrwert bietet. Die Grünflächen übernehmen Funktionen wie Regenwasserrückhaltung, Retention und kontrollierte Versickerung. Sie sind damit Elemente des lokalen Wassermanagements und verbessern zusätzlich das Mikroklima.

Für die technische Umsetzung der begrünten Dachaufbauten kam ein System für Natur- und Vegetationsdächer des Herstellers Optigrün zum Einsatz. Der Schichtaufbau umfasst Trenn-, Schutz- und Speichervliese, darüber angeordnete Drän- und Wasserspeicherelemente, ein Filtervlies, die Vegetationstragschicht aus Extensivsubstrat sowie ergänzende Pflanzgefäße und Retentionssysteme. Die Konstruktion ist darauf ausgelegt, sowohl eine dauerhafte Bepflanzung als auch eine definierte Wasserrückhaltung sicherzustellen. Zugleich ist sie langlebig und wartungsfreundlich.

Bautafel

Architektur: Henke Schreieck Architekten, Wien
Projektbeteiligte: Gavin Rae, Marta Schreieck, Dieter Henke (Projektleitung); Bugra Ceteci, Conal Mc Kelvey, Ana Barros, Francesca Bocchini, Jelena Jokic, Jörg Fend, Bo Ye, Ana Raquel Lopes dos Santos, Nicole David-Rees, Monika Liebmann-Zugschwert, Wolfgang Malzer, Martin Hube (Projektteam); Auböck + Kárász Landschaftsarchitekten, Wien (Freianlagen); Gmeiner Haferl, Wien (Tragwerksplanung); Altherm Engineering, Baden (Haustechnik); Pfeiler, Graz (Bauphysik); Kinzo Berlin (Innenarchitektur); Bmstr. DI Alexander Kunz (Brandschutz); Conceptlicht at (Lichtplanung); Werkstatt Wien, Spiegelfeld Holnsteiner (Begleitende Kontrolle); Polyform Büro für Grafik- und Produktdesign (Leitsystem); Kuratorin Kathrin Rhomberg (Kunst am Bau); Optigrün international (Hersteller: Naturdach-System)
Bauherr*in: Erste Immobilien Kapitalanlagengesellschaft, Wien
Fertigstellung: 2015
Standort: Am Belvedere 1, 1100 Wien
Bildnachweis: Optigrün international

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