Erschließungsräume

Erschließungsräume

Christian Schittich (Hrsg.)

Treppen, Rampen, Aufzüge, Wegeführung, Entwurfsgrundlagen
Edition Detail, München 2013
176 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnungen, Format 23 x 29,7 cm, Hardcover mit Schutzumschlag

Preis: 69,90 EUR

ISBN 978-3-920034-81-2

Oftmals sind sie die Visitenkarte eines Gebäudes und ihre Elemente gerade bei anspruchsvoller Architektur gestaltprägend: die Erschließungsräume. Neben Räumen zum Aufenthalt sind sie für Architekten primäres Entwurfselement. Ihre Qualität leidet jedoch nicht selten aus Gründen der Sicherheit – sei es der Brandschutz, eine nachträglich erreichte Barrierefreiheit oder die Ausbildung als Fluchtweg.

Damit Atrien, Treppen, Rampen, Aufzügen, Fluren und anderen Wegen im Gebäude wieder die notwendige gestalterische Aufmerksamkeit zukommt, zeigt das Buch Erschließungsräume ihre Bedeutung zunächst anhand historischer Beispiele (u.a. Frank Lloyd Wrights Guggenheim Museum in New York) auf. Im Anschluss an einige interessante Beiträge zum Sinn und Zweck von Erschließungsräumen, den entsprechenden Planungsgrundlagen, einem historischen Abriss zur Geschichte des Aufzugs und grundlegenden Informationen zur Orientierung mithilfe von Licht und Leitsystemen werden zahlreiche Bauwerke vorgestellt, deren Erschließungsräume prägendes Gestaltungselement sind.

Auch wenn gerade in Deutschland die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen höchste Priorität hat – schöne Treppen gibt es auch hier, oftmals aber jenseits der Norm: mal ohne Geländer, mal ohne Anwendung der Faustformel für ein ideales Steigungsverhältnis. Jeder Weg sollte zugleich als Ort funktionieren: „Eine Erschließung, die wie eine Maschine nur zum Zweck der sicheren Erreichbarkeit von Räumen dient, benutzt niemand gern. Architektur, die man nicht gern benutzt, ergibt keinen Sinn." Mit diesen Worten schließt Arno Lederer seinen Beitrag Erschließungsräume – Orte der Begegnung oder Eldorado der Bauvorschriften?

Für den Einsatz urbaner Seilbahnen als Erschließung durch die Luft wirbt ein Artikel von Oliver Herwig. Diese erwiesen sich nicht nur als besonders umweltverträgliches Verkehrsmittel, sondern böten zugleich spektakuläre Aussichten und zwar ohne Rücksicht auf die Verkehrslage. Er führt dazu überzeugende Beispiele aus Caracas, London und Singapur, aber auch Köln und Koblenz auf.

Die für ihre Erschließungsräume beispielhaften Projekte bilden den weitaus größten Teil des Buches. Sie weisen zumeist eine gute horizontale und vertikale Vernetzung über Atrien, Treppen und Rampen auf, in denen Sichtbeziehungen eine große Rolle spielen. Böden, Wände und Decken werden dabei durch Farben, Licht und Signaletik inszeniert.

Aus dem Inhalt:

  • Die Erschließung als Konzept
  • Erschließungsräume – Orte der Begegnung oder Eldorado der Bauvorschriften?
  • Planungsgrundlagen
  • Eine Kulturgeschichte von Aufzug und Lift
  • Mit Licht Orientierung schaffen und Wege inszenieren
  • Signaletik – die zielführende Orientierung
  • Seilbahnen in der Stadt – großräumliche urbane Erschließung durch die Luft
  • Projektübersicht: u.a. Mehrfamilienhaus in Zürich, Wohnanlage in Berlin, Wohnhügel in Kopenhagen, Hotel am Domplatz in Linz, Gymnasium in Kopenhagen, Stadtbibliothek in Stuttgart, AachenMünchener Direktionsgebäude in Aachen, Apotheke in Athen, Strandpromenade in Benidorm, Opernhaus in Oslo, Porsche Museum in Stuttgart, New York Times Building in New York, Stadion in Kiew
Eine Auswahl der im Buch gezeigten Bauten, sind bereits in verschiedenen im Baunetz Wissen-Portalen veröffentlicht (siehe Surftipps).

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