Erlebnis-Hus in St. Peter-Ording

Treffpunkt für Jung und Alt

Am Ende der verlängerten Strandpromenade von St. Peter-Ording bildet das Erlebnis-Hus einen Treffpunkt für Besucherinnen und Besucher jeder Altersgruppe. Das Freiraumprojekt ging aus einem Wettbewerb hervor, den Holzer Kobler Architekturen gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Uniola für sich entscheiden konnten.

Es entstand nach einem Entwurf von Holzer Kobler Architekturen in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekturbüro Uniola.
Innen- und Außenräume laden zum Erkunden und Spielen ein.
Blick vom Deich auf das Gebäude, dessen Konstruktion zu einem überwiegenden Teil aus Holz besteht.

Bespielbares Holzgerüst

Die Konstruktion basiert auf der ortstypischen Pfahlbauweise, welche in Form einer Stützen- und Balkenmatrix aus Brettschichtholz neu interpretiert wurde. Eingehängt sind fünf verschieden große Boxen aus Massivholz in unterschiedlicher Höhe und Position. Jede hat ihre eigene Funktion: Es gibt einen Spielbereich, ein Informationszentrum plus Shop, ein Restaurant, ein Personalbüro und sanitäre Einrichtungen. So ist das Bauwerk formal und funktional lokal verankert – aufgrund seiner starken Identität wirkt es jedoch weit in die Region hinaus. Einzigartiges Merkmal des Hauses sind zahlreiche Terrassen und Treppen, die mehrere Ebenen im Außenraum schaffen. Die Holzkonstruktion wird verstärkt durch einen Kern aus Stahlbeton, in dem sich ein Aufzug befindet und weitere Infrastrukturräume. Kinder können mit den in die Holzskulptur integrierten Geräten spielen und interagieren auf diese Weise mit dem Gebäude – Anregungen dafür finden sich innen wie außen.

Struktur aus Holz, Beton und wenig Stahl

Die tragende Struktur des Gebäudes bilden Stützen, die in einem Raster von 4,50 x 4,50 Metern angeordnet sind, sowie Primär- und Sekundärträger aus Brettschichtholz. Vor Feuchtigkeit geschützt sind die Stützen durch unterschiedlich tiefe Fundamente und Fußpunkte deutlich oberhalb des Geländes. Bei der Konzeption des Tragwerks wurde in erster Linie auf wiederverwendbare Elemente aus der Natur zurückgegriffen. Nur dort, wo Stahl (als Strukturelement) oder Beton (zum Schutz gegen Feuer) unbedingt erforderlich waren, sind diese Materialien in die Konstruktion integriert.

Flachdachaufbau

Die Grundlage für den Flachdachaufbau bildet eine 12 cm dicke Brettsperrholzdecke, die auf den Brettschichtholzträgern liegt. Über der Brettsperrholzdecke ist eine Dampfsperre angebracht. Darauf ist die Dämmung ausgelegt, mit der ein Gefälle von etwa zwei Prozent hergestellt wird, und über der sich die Abdichtungsbahn befindet. Für die Ausgleichsschicht wurde Magerbeton gewählt. Darüber liegt eine Drainagematte, auf der sich eine 15 cm dicke Substratschicht befindet. Vor der Brüstung ist ein Randstreifen mit einer Schüttung aus Rundkies ausgeführt. Im Bereich der begehbaren Terrassen folgen nach der Dämmung und der Abdichtung die Abstandshalter und auf diesen der Bodenbelag.

Bautafel

Architektur: Holzer Kobler Architekturen, Berlin
Projektbeteiligte: Uniola, Berlin (Landschaftsarchitektur); Mayr-Meinhof Holz Reuthe (Holztragwerk); Stora Enso, Stockholm (Holzwände); Cewood, Riga (Akustikdecken)
Bauherr/in: Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording
Fertigstellung: 2023
Standort: Fritz-Wischer-Straße 1, 25826 St. Peter-Ording
Bildnachweis: Jan Bitter

BauNetz Architekt*innen

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