EMBL Imaging Centre in Heidelberg

Schaufenster für die Wissenschaft

Das EMBL Imaging Centre steht an der Südwestflanke des Königstuhls in Heidelberg und wurde für das European Molecular Biology Laboratory als Forschungszentrum für Elektronen- und Lichtmikroskopie konzipiert. Der Gedanke hinter dem Gebäude ist, die Forschung nach außen sichtbar zu machen. Gerstner + Hofmeister Architekten planten fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum und eine weitgehend transparente Außenhülle, die Einblick gewährt.

Eingangsbereich und Treppe
Empfang
Blick von der Treppe Richtung Atrium

Atriumhaus mit Steg

Das Gebäude setzt sich zusammen aus einem dreigeschossigen, quadratischen Atriumhaus mit Seminar- und Büroräumen, dessen zentraler Luftraum durch Lichtbänder erhellt ist, sowie einem zweigeschossigen Steggebäude mit Mikroskop- und Laborräumen. Das begehbare Dach dient als Außenanlage und gewährt einen wunderbaren Blick in die umgebene Natur.

Extra-Hülle für sensible Technik

Ein Highlight ist die Krios-Halle, die hochsensible Elektronen-Mikroskope beinhaltet und als Herzstück im Atrium platziert ist. Die sensiblen Inhalte des Volumens benötigen besondere klimatische Bedingungen: Die Hülle ist zusätzlich gedämmt und mit drehbaren Glaslamellen für eine außergewöhnliche Optik ausgestattet. Das IBA-Projekt ist ein „Schaufenster für die Wissenschaft“ unter dem Motto „Sehen heißt Verstehen“ – es zeigt beispielhaft, wie sich Forschung, Gesellschaft und Natur miteinander verbinden lassen.


Begehbares Umkehrdach mit Pflasterbelag und Begrünung

Die unterste Schicht des begehbaren Umkehrdaches des Steggebäudes bildet eine Betondecke. Darauf aufgebracht ist eine 4 mm dicke Dampfsperre, gefolgt von einer wurzelfesten Dachabdichtung (Elastomerbitumen-Dachdichtungsbahn DU/E1 PYE G 200 DD bzw. Oxidbitumen-Schweißbahn Al + V60 S4 bei Warmdach). Die 20 cm dicke Dämmung ist mit einem Trenn- und Gleitvlies abgedeckt. Das wasserspeichernde Dränageelement ist mit kalkarmem Splitt gefüllt. Obenauf liegt der Systemfilter.

Ein Teil des Daches hat einen Pflasterbelag, der sich wie folgt zusammensetzt: Über dem Systemfilter befindet sich mit 2% Neigung eine 9-15 cm dicke Tragschicht aus Drainbeton und Schotter. Abschließend sind die Pflastersteine (im Format 50 x 75 x 8 cm) in vier Zentimeter kalkarmen Splitt gebettet. Den Übergang vom Pflasterbelag zur Intensivbegrünung bildet ein Pflasterstreifen, der in Mörtel gebettet ist. Bis zur Filterschicht findet man hier den gleichen Dachaufbau. Über dem Systemfilter folgt eine 25 cm dicke Substratschicht. An den Tiefpunkten befinden sich die Rinnen im Bereich der Tragschicht; innerhalb der Intensivbegrünung befinden sich die notwendigen Revisions- und Kontrollschächte.

Bautafel

Architektur: Gerstner + Hofmeister Architekten, Heidelberg
Projektbeteiligte: Brauch Ingenieure, Heidelberg (Tragwerksplanung); Heiland & Mistler, Bochum (Baudynamik); Von Rekowski & Partner, Weinheim (Bauphysik); AEF-Brandschutzbüro, Heidelberg (Brandschutz); Marquardt, Waghäusel (Dach); Rossmanith, Heidelberg (Fassade)
Bauherr/in: EMBL – European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg
Fertigstellung: 2021
Standort: Meyerhofstraße 1, 69117 Heidelberg, Deutschland
Bildnachweis: Julian Salamon; Luis Gerstner; Daniel Hofmeister

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