Eingangsgebäude der Bank of Georgia in Tifilis

Seilverspannter Ganzglaswürfel

Dass die Architektur der ehemaligen Sowjetunion mehr zu bieten hat als Zuckerbäckerstil und graue Plattenbauten zeigen u.a. die Fotografien des Franzosen Frédéric Chaubin. Viele der Gebäude wurden in der Vergangenheit jedoch vernachlässigt oder, schlimmer noch, abgerissen. Beim früheren Ministerium für Straßenbau in der georgischen Stadt Tiflis ist das zum Glück nicht der Fall. Zwar stand das Gebäude einige Jahre leer aber dann kaufte es die Bank of Georgia, ließ es durch das Büro Architectural Group and Partners aus Tiflis sanieren und machte es zu ihrem Hauptsitz.

Die Fassade des Eingangsbaukörpers besteht aus Verbundsicherheitsglas (VSG) aus teilvorgespanntem Glas (TVG)TVG
Insgesamt 950 m² Glas umschließen das neue Eingangsgebäude
Nachtansicht mit neuem Glaskubus

Das am Ufer des Flusses Kura gelegene 18-stöckige Bauwerk entstand 1975 nach einem Entwurf der Architekten George Tschachawa und Zurab Dschalagonia als Direktauftrag der damaligen Regierung. Seine stelzenartige Konstruktion aus fünf zweigeschossigen, übereinandergestapelten Gebäuderiegeln aus Beton, beruht auf dem Entwurfsgedanken, möglichst wenig Grundfläche zu verbauen und so die Natur durch das Gebäude hindurchfließen zu lassen. 2007 wurde der Bau als Nationales Monument unter Denkmalschutz gestellt, heute bietet er Platz für rund 600 Mitarbeiter der Bank.

Im Zuge der jüngsten Umbauarbeiten wurde der Eingang dem Verwaltungsgebäude vorgelagert. Er befindet sich nun in einem würfelförmigem Bau mit 12 m Kantenlänge, der als Ganzglaskonstruktion ausgebildet ist. Der statische Lastabtrag erfolgt über die biegesteife Glasfassade und Seilverspannungen. Neben den Glaskomponenten kommen Punkthalter aus Edelstahl, verzinktem und pulverbeschichtetem Stahl sowie die Seilverspannung aus Edelstahl zum Einsatz.

Glas
Insgesamt wurden für das Eingangsgebäude 150 Gläser im Format 2,00 x 2,00 m und 54 Glasschwerter mit Längen von bis zu 12 m verbaut. Die Fassade und die punktgelagerte Dachverglasung bestehen aus Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas (TVG) mit einer Gesamtstärke von 22 bis 26 mm. Die Glasschwerter sind über biegesteife Verbindungen miteinander verbunden und aus einem Verbundsicherheitsglas aus 4 je 12 mm starken TVG-Scheiben mit 3 x 2,28 mm PVB-Folie als Zwischenmaterial.

Im Bereich der Dachkonstruktion sind die Glasschwerter im Raster der Dachverglasung angeordnet. Seitens der Architekten bestand ein besonders hoher Qualitätsanspruch an die Bearbeitung der Kanten: Der Glasversatz des Verbundglases wurde auf ein Minimum reduziert und die Kanten hochglänzend poliert.

Bautafel

Architekten: Architectural Group and Partners (AG&P), Tiflis
Projektbeteiligte: Verropaln, Hannover (Statik und Konstruktion des Glausbaukörpers); Inoverre, Forst (Glas, Montage und Projektleitung)
Bauherr: Bank of Georgia Headquarters,Tiflis
Standort: 29a Yuri Gagarin St., 0160 Tiflis, Georgien
Fertigstellung: 2011

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Glaskanten können auf verschiedene Weisen nachbearbeitet werden. Unbearbeitete Kanten sind nur zulässig, wenn sie innerhalb des Rahmens liegen und eine Verletzungsgefahr somit ausgeschlossen ist.

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