Doppelfassade mit Druckausgleich

Closed Cavity Fassade mit reduzierter Technik und integriertem Sonnenschutz

Closed Cavity Fassaden (CCF) sind eine besondere Form der Doppelfassaden: Bei ihnen ist der Raum zwischen der äußeren und inneren Gebäudehülle hermetisch gekapselt. Dieser geschlossenen Kammer, im Fachjargon Kavität, wird mit leichtem Überdruck Luft zugeführt. Ohne externes Belüftungssystem kommt dagegen ISOshade vom Hersteller Seele aus. Die vereinfachte Technik und der geringere Energieverbrauch sollen die Betriebskosten senken. Dazu bietet das Fassadenelement einen integrierten Sonnenschutz.

Die Elemente sind insbesondere für Bürogebäude, Retail- und Lobbyfassaden entwickelt worden, aber auch für Privathäuser geeignet.
Raffstores mit Lichtlenklamellen sorgen für optimalen Lichteintrag.
ISOshade-Elemente in der Pfosten-Riegel-Fassade des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig.

Bei klassischen CCF muss die zugeführte Luft permanent gereinigt und getrocknet werden, damit sich kein Schmutz oder Kondensat auf dem Glas ablagert. Dafür ist jedes Element an ein zentrales Luftaufbereitungssystem angeschlossen. Lufttechnik und Filter erfordern eine regelmäßige Wartung, dennoch kann sich Feinstaub ablagern und zum sogenannten „fogging“ im Scheibenzwischenraum führen. Nachteilig ist zudem der Energiebedarf durch den andauernden Betrieb der Technik.

Volumenabhängiger Druckausgleich

Bei ISOshade hingegen benötigt nur der integrierte Sonnenschutz einen Stromanschluss, nicht jedoch das Druckausgleichssystem. Infolge steigender oder sinkender Temperaturen ändert sich das Volumen der eingekapselten Luft. Dabei entsteht ein Unter- oder Überdruck in der Kavität. Über ein Ventil wird Luft zu- oder abgeführt, und der Druck erreicht wieder ein zulässiges Maß. Ein Filter verhindert, dass beim Luftaustausch Partikel in die Kavität eindringen. Ein Trockenmittel im Rahmenverbund absorbiert Feuchtigkeit aus der eingekapselten Luft und verhindert so die Kondensatbildung.

Eingebauter Sonnenschutz

Das „shade“ in ISOshade steht für den integrierten Sonnenschutz: Wahlweise können Senkrechtmarkisen oder Raffstore mit Flach- oder Lichtlenk-Lamellen in den Zwischenraum eingebaut werden. Sensoren messen Temperatur, Luftdruck und relative Luftfeuchtigkeit in der Kavität sowie Temperatur und Helligkeit im Außen- und Innenraum. Basierend auf diesen Daten lösen sie die Sonnenschutzanlage aus und starten den Luftaustausch im Zwischenraum. Über eine Revisionsklappe oben am Element sind der Motor, die Welle und die Sensoren zugänglich. 

Je nach Breite der Lamellen misst der Zwischenraum misst 130 bis 150 mm. Die Außenscheibe besteht aus Einfachglas, die Innenscheibe ist ein 3-fach Isolierglas. Insgesamt sind die Elemente mindestens 180 bzw. 200 mm dick. Die Breite kann 700 bis 3.100 mm, die Höhe 1.000 und 4.100 mm betragen. Sondergrößen sind auf Anfrage möglich.

Hersteller: Seele, Gersthofen

Fachwissen zum Thema

Doppelfassade eines Bürogebäudes am Wiener Hauptbahnhof

Doppelfassade eines Bürogebäudes am Wiener Hauptbahnhof

Fassadenarten

Doppelfassaden: Einführung

Die Westfassade des GSW-Hochhauses in Berlin ist eine Zweite-Haut-Konstruktion mit gebäudehohem Fassadenzwischenraum, Architektur: Sauerbruch Hutton

Die Westfassade des GSW-Hochhauses in Berlin ist eine Zweite-Haut-Konstruktion mit gebäudehohem Fassadenzwischenraum, Architektur: Sauerbruch Hutton

Fassadenarten

Doppelfassaden: Puffer-, Abluft-, Zweite-Haut-Fassaden

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Fassade sponsored by:
MHZ Hachtel GmbH & Co. KG
Kontakt  0711 / 9751-0 | info@mhz.de