Denkmalschutz in Kupferrot

Historisches Bauernhaus mit Solarziegeln

Eine ausgediente Dacheindeckung, kleinere Undichtigkeiten und ein Balkon mit statischen Schwächen: Nach drei Jahrzehnten entschieden sich die Eigentümer*innen des historischen Bauernhauses von 1780 für eine weitere Sanierung. Das Wohnhaus im Schwarzwald sollte im Zuge der Instandsetzung eine Photovoltaikanlage-Anlage erhalten – eine Herausforderung für den Denkmalschutz. Abhilfe schaffte der kupferrote PV-Autarq Solarziegel. Das Modell basiert auf dem Glattziegel Domino und fügt sich farblich in das restliche Ziegelbild ein. So konnte auch die Denkmalschutzbehörde überzeugt werden.

Der PV-Autarq Solarziegel von Creaton  fügt sich farblich in das restliche Ziegelbild ein –  was die Denkmalschutzbehörde überzeugte.
 Zwischen Mai und Oktober erreicht das System nun eine Autarkie von 90 Prozent.
Die Verlegung der Solarziegel erfolgte im Versatz. Da das System eine Lattung mit maximal zwei Millimetern Toleranz verlangt, war hohe Genauigkeit gefragt.
Zimmerei Huber aus dem nahegelegenen Indlekofen übernahm die handwerkliche Umsetzung. Zwei unterschiedliche Dachneigungen erforderten eine präzise Planung. Um die Übergänge im Vorfeld zu erproben, nutzte das Team ein einfaches Modell aus Latten. Die Verlegung der Solarziegel erfolgte im Versatz. Da das System eine Lattung mit maximal 2 mm Toleranz verlangt, war hohe Genauigkeit gefragt. Der Dachaufbau wurde punktuell verstärkt, einige alte Balken erhielten seitlich aufgeschraubte Hölzer. Gleichzeitig erfolgte die Dämmung des Dachs – mit 80 mm Holzfaserdämmung im Wohnbereich und 35 mm in der Scheune.
 

Vormals auf morschen Balken gelagert, hängt der Balkon nun direkt am Dachtragwerk. Um eine geschlossene Fläche zu erhalten, kürzte die Zimmerei die Dachvorsprünge umlaufend ein. Als Schneeschutz dient ein Gebirgsschneefang mit farblich passendem Alu-Grundelement. Die Ziegel lassen sich bei Bedarf über Klammern einzeln lösen und austauschen. 

 

Das PV-System nutzt eine kleinteilige Reihenschaltung über Steckverbindungen. Farblich gekennzeichnete Kabel verbinden die Ziegel auf dem Dach. Dadurch, dass die Technik im Kleinspannungsbereich arbeitet, bleibt die Montage ungefährlich und kann durch die Dachdecker*innen erfolgen. Auf der Hausseite übernehmen Elektriker*innen die Installation. Netzanschluss, Wechselrichter und Speicher wurden innerhalb eines Tages angeschlossen. Die Anlage bleibt auf den sonnenexponierten Flächen. Eine mögliche Belegung der Westseite wurde verworfen, da der errechnete Ertrag zu gering erschien. Zwischen Mai und Oktober erreicht das System eine Autarkie von 90 Prozent.

Hersteller: Wienerberger/Creaton

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