Dachabdichtungsnorm DIN 18531

Im August 2025 ist eine überarbeitete Ausgabe der DIN 18531: Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen erschienen. Die Norm gilt in Zusammenhang mit DIN 18195: Abdichtungen von Bauwerken – Begriffe, von der im Dezember 2025 ebenfalls eine Neufassung erschienen ist. 

Die DIN 18531 ist in fünf Teile gegliedert:

  • Teil 1: nicht genutzte und genutzte Dächer – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
  • Teil 2: nicht genutzte und genutzte Dächer – Stoffe
  • Teil 3: nicht genutzte und genutzte Dächer – Abdichtungsbauarten, Ausführung und Details
  • Teil 4: nicht genutzte und genutzte Dächer – Instandhaltung
  • Teil 5: Balkone, Loggien und Laubengänge

Für welche Bereiche gilt die Norm?

Sie gilt für flache oder geneigte Dachflächen, die nur für Wartungsarbeiten oder zur Pflege betreten werden, für Dächer mit extensiver Begrünung, für Dachflächen mit Dachterrassen, intensiv begrünte Dächer mit einer Anstaubewässerung von bis zu 100 mm (erstmals sind Retentionsflächen genannt) oder solche mit Gehwegen. Auch haustechnische Anlagen sowie Solaranlagen sind einbezogen. Für Retentionsdächer mit einem geplanten Wasseranstau über 100 mm gilt DIN 18533: Abdichtung von erdberührten Bauteilen. 

Nicht erfasst sind: wasserundurchlässige Bauteile wie zum Beispiel wasserundurchlässiger Beton, Dachversiegelungen, Unterdächer, Dachdeckungen und Beschichtungen.

Die in der vorherigen Normausgabe unterschiedenen Einwirkungsklassen, Eigenschaftsklassen und Anwendungsklassen entfallen. 

Die Auswahl der Abdichtungsbauart erfolgt auf Grundlage der konkreten Anforderungen des jeweiligen Dachaufbaus sowie zu erwartende Einwirkungen über die Nutzungsdauer. Berücksichtigt werden die Art der Nutzung, konstruktive Rahmenbedingungen, klimatische Beanspruchungen, Bewegungen der Tragkonstruktion, punktuelle Lasten sowie Einwirkungen durch technische Aufbauten, Begrünung oder regelmäßige Wartungs- und Verkehrsbelastungen. 

Die Regelungen zur Gefälleplanung wurden präzisiert, Teil 1 der Norm durch einen informativen Anhang A ergänzt. Darin sind Anforderungen an die Gefälleplanung von Dachabdichtungen erläutert, er bietet Orientierung bei der Planung und Ausführung. Im Mittelpunkt steht die Ausbildung eines ausreichenden Dachgefälles zur sicheren Ableitung von Niederschlagswasser und zur Minimierung dauerhafter Wasseransammlungen auf Dachflächen (anders verhält es sich bei Retentionsdächern). Berücksichtigt werden die geometrische Ausbildung der Dachfläche, mögliche Unebenheiten, Verformungen der Tragkonstruktion und Ausführungstoleranzen. Der Anhang enthält Hinweise zur Planung der Haupt- und Notentwässerung sowie der Anordnung von Dachabläufen, Rinnen und Gefälledämmungen. Zudem wird erläutert, dass kurzzeitige Pfützenbildungen auf Flachdächern nicht grundsätzlich als Mangel zu bewerten sind, sofern die Funktionsfähigkeit der Abdichtung dauerhaft gewährleistet bleibt und die Entwässerung ordnungsgemäß funktioniert.

In Bezug auf die Entwässerung wird ergänzend auf DIN 1986-100: Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke sowie DIN 12086-3: Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 3: Dachentwässerung, Planung und Bemessung verwiesen. 

Neu aufgenommen wurden Planungsgrundsätze für die Ausführung barrierefreier Tür- und Fensteranschlüsse. 

Ein wichtiges Thema ist die Instandhaltung: Teil 4 der Norm besagt, dass es kein Flachdach oder flach geneigtes Dach, keine Loggia, keinen Balkon oder Laubengang ohne entsprechende Wartung (seitens der Bauherrn und Betreiber) geben darf.

In Teil 5 ist der Fokus auf Balkone, Loggien und Laubengänge gerichtet, welche auch ein Gefälle von 1,5% haben sollten. Die differenzierte Betrachtung ergibt sich aus ihren spezifischen konstruktiven und nutzungsbedingten Anforderungen sowie den erhöhten Beanspruchungen durch Witterung und Feuchtigkeitseinwirkung. Hier sind verschiedene Stoffe aufgeführt, die sich als Abdichtung eignen – was in der Praxis bewährt und dokumentiert ist. Neu aufgenommen wurden Kaltselbstklebebahnen mit HDPE-Trägerfolie sowie weitere bahnenförmige Abdichtungsstoffe im Verbund mit Fliesen oder Platten.

Fazit: Die DIN 18531 bündelt die Anforderungen an Dachabdichtungen, genutzte Dachflächen sowie Balkone, Loggien und Laubengänge innerhalb einer einheitlichen Normenstruktur. Durch die Integration zusätzlicher Abdichtungsbauarten und moderne Werkstoffe sowie die nutzungsorientierte Systematik wird die Anwendung der Norm vereinfacht und praxisnäher gestaltet.

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