Controlling im Architekturbüro

Die Planung und Steuerung von Projekten und Baustellen ist dem Architekturberuf immanent, doch bedarf es zum Erreichen architektonischer und wirtschaftlicher Ziele nicht nur der Projektsteuerung, sondern auch der systematischen Planung, Steuerung und Kontrolle der unternehmerischen Prozesse in einem Architekturbüro – betriebswirtschaftlich bezeichnet man diese Tätigkeit als Controlling. So sollen sowohl Effizienz, also Umsetzung von Projekten mit möglichst geringem Ressourcenaufwand, als auch Effektivität, d.h. Erreichung der (architektonisch) gesetzten Ziele, der betrieblichen Abläufe sichergestellt werden.

Bezogen auf die Baubranche steht Controlling für die Planung, Kontrolle, (Selbst)-steuerung und Informationsversorgung sämtlicher Abteilungen eines Unternehmens.

Controlling beinhaltet verschiedene Aspekte, die vordergründig nicht zwingend ökonomische Ziele verfolgen, sondern auch der Verbesserung betrieblicher Abläufe dienen:

  • Finanzcontrolling: Dazu zählen die vorausdenkende Budgetierung, also die Planung von Aufträgen und Abrechnung ebenso wie die fortlaufende Kontrolle der finanziellen Ressourcen, z.B. durch die Überwachung der Wirtschaftlichkeit von Projekten und deren Auswirkungen auf die Finanzen des Unternehmens.

  • Projektcontrolling: Dies umfasst die Ressourcen-, Kosten- und Terminplanung, Steuerung und Überwachung von (Architektur-)Projekten sowie die ständige Qualitätskontrolle.

  • Risikocontrolling: Hierbei werden mögliche Gefahren und Unsicherheiten, die sich aus dem Projektverlauf oder der Geschäftsaktivitäten ergeben könnten, identifiziert und bewertet. Es werden Strategien zum Umgang und zur Minimierung dieser potenziellen Risiken entwickelt, z.B. durch Projektplanungen, Vertragsklauseln, Versicherungen, etc. und der Projektverlauf und die Betriebsabläufe ständig hinsichtlich dieser Aspekte überwacht und ggf. korrigiert.

  • Qualitätscontrolling: Festgelegte Qualitätsstandards in der Planung und Ausführung bedürfen der ständigen Kontrolle. Dazu gehören der Abgleich mit aktuellen technischen Normen und Standards, Fachplanungen, die Fortbildung von Mitarbeitenden sowie die Dokumentation, Fehleranalyse und Korrekturmaßnahmen für die Zukunft.

  • Kommunikationscontrolling: Besonders mit zunehmender Komplexität der Arbeitsstrukturen, z.B. durch ortsunabhängige Arbeit, unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, komplexere Bauvorhaben mit umfangreichen technischen Anforderungskatalogen und zahlreichen Projektbeteiligten mit unterschiedlichen Wissenshorizonten, wird die Gewährleistung einer effizienten und klaren Kommunikation sowohl im Büro als auch extern immer wichtiger.

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Seit 2022 ist die Arbeitszeiterfassung verpflichtend

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