Bürogebäude in München

Kautschuk-, Teppich- und Fliesenböden ergänzen ein farbintensives Interieur

Nahe der Theresienwiese hat das Stuttgarter Architekturbüro SCOPE die Firmenzentrale der Versicherung Münchener Verein um einen siebenstöckigen Neubau erweitert. Der enge Bezug des Unternehmens zum Handwerk spiegelt sich auch im Interieur wider. Das Berliner Architekturbüro Kinzo setzt in den Arbeitsräumen und Gemeinschaftszonen auf maßgefertigte Möbeleinbauten, kräftige Farben sowie Kautschuk-, Teppich- und Fliesenböden als neutrale Bühne mit blauen Akzenten.

Grundstück in der Luftansicht
Außenansicht des Gebäudes mit der markanten Fassadengestaltung, das über eine Fläche von 3800 Quadratmeter verfügt.
Entree mit Empfangstresen

Neubau mit rhythmisierter Fassade

Der im letzten Jahr fertiggestellte Neubau „das max“ von SCOPE Architekten liegt im Münchener Wiesenviertel. Er vermittelt zwischen villenartigen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und einer typischen Nachkriegsarchitektur. Das siebenstöckige Gebäude fällt durch seine rhythmisierte Fassadengestaltung auf: Geschlossene Elemente aus vorgehängten Betonfertigteilen wechseln sich mit Glasflächen ab, die von einer Holz-Aluminium-Konstruktion gerahmt sind. Obwohl die Betonfertigteile seriell gefertigt sind, verleihen die gedrehte Anordnung und die handwerkliche Bearbeitung als gespitzte Oberfläche ihnen eine individuelle Note. Die Architekten wollen damit an Entwurfsthemen aus der Baukultur des 19. Jahrhunderts erinnern.

Das Handwerk als Referenz

Kinzo gestaltete das Interieur der Arbeitszimmer und der Gemeinschaftsräume in den ersten vier Etagen des 3.800 Quadratmeter großen Gebäudes. Das Berliner Architekturbüro bezeichnet sein Gestaltungskonzept als „Hommage an das Handwerk“. Es soll den Bezug zum Münchener Verein betonen, der traditionell eng mit Handwerksunternehmen verbunden ist. Im sogenannten We-Space steht ein massiver Holztisch, der an eine klassische Werkbank erinnert. Mit seinen überdimensionierten Proportionen und der massiven Balkenstärke fertigte ihn kein Tischler, sondern ein Treppenbauer.

Holz kommt in den Innenräumen vor allem in Form von maßgefertigten Möbeleinbauten zum Einsatz.. Sowohl der Empfangstresen im Entree, der in eine Cafétheke übergeht als auch Schließfächer und Pflanzgefäße bestehen aus dem natürlichen Werkstoff. Raummodule und Teile der Wände sind mit abgeschrägten Holzlamellen verkleidet. Insgesamt wurden fünf Kilometer Latten montiert. Wahre Eyecatcher und Treffpunkte für die rund 250 Mitarbeiter des Versicherungsunternehmens sind die als Wandnischen, deren Wände gefliest oder mit Akustikziegeln verkleidet sind. Rücken- und Sitzpolster laden zum Platz nehmen und Verweilen ein. Designmöbel wie Poufs, Sessel und Beistelltische setzen farbige Akzente.

Der Boden als neutrale Bühne mit blauem Farbtupfer

In den Arbeits- und Gemeinschaftsräumen kommen Teppich- und Kautschukbodenbeläge sowie Fliesen verschiedener Hersteller zum Einsatz. Alle Bodenbeläge sind in hellen, neutralen Farben gehalten und bieten eine Bühne für das farbintensive Interieur. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Fokusboxen: Sie sind mit einem kräftig blauen Teppich ausgelegt, der an das Firmenlogo des Münchener Vereins erinnern soll. -csh

Bautafel

Architektur: SCOPE Architekten, Stuttgart
Projektbeteiligte: Kinzo, Berlin (Innenarchitektur)
Bodengestaltung: Nora (Kautschuk Noraplan Uniti 7101), Interface (Teppich Composure Patience), Marazzi (Fliesen Pinch White), Object Carpet (Teppich Silky Seal 1221 Iris)
Bauherr*in: Münchener Verein Immobilien, München
Standort: Pettenkoferstr. 18, 80336 München, Deutschland
Fertigstellung: 2023
Bildnachweis: Eduardo Perez, Frankfurt a.M. (Fotos); Kinzo, Berlin (Grundrisse)


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