Bewohnte Speicher an der Elbe

Umbau und energetische Ertüchtigung

15 Jahre dauerten dem Architekten Uwe Thal zufolge die Vorbereitungen für den Umbau der Speichergebäude A und B am alten Magdeburger Handelshafen. Ziel war einerseits der Erhalt der ortsbildprägenden Kubaturen mit dem imposanten Satteldach, andererseits mussten Akustik, Wärme- und Brandschutz für die neue Wohnnutzung sichergestellt sein. 2024 war das erste Gebäude bezugsfertig.

2024 war der Umbau des Speichergebäudes B abgeschlossen (im Bild vorne).
Beim Speichergebäude A kam ein WDVS mit Putzträgerplatten vom Typ Coverrock X-2 des Herstellers Rockwool zum Einsatz.
260 mm stark sind die Coverrock X-2 in Magdeburg. Lieferbar sind sie in Stärken von 80 bis 300 mm.

Ursprünglich handelte es sich beiden gut 46 Meter hohen Gebäuden um sogenannte „Reichseinheitsspeicher“, die im nationalsozialistischen Deutschland errichtet wurden, um in Kriegszeiten unabhängig vom Ausland zu sein. In Magdeburg lagerten in den hohen Backsteinbauten mit Betonsilos und -dächern einst Getreide, Zucker, Salz und Futtermittel. Nun befinden sich hier je 116 Wohnungen und 15 Gewerbeeinheiten auf 15 Geschossen.

Der Speicherumbau reiht sich in die Transformation des historischen Hafengeländes ein, die um das Jahr 2000 mit der Anpassung der Wasserstraßen und der Verlagerung der Umschlagplätze begann. Zwischen Elbe und Otto-von-Guericke-Universität gelegen, soll sich der alte Handelshafen zu einem Areal für Wissenschaft und Forschung entwickeln, aber auch Wohnungen und Kultur anbieten.

Transformation mit Hindernissen

Im Zuge der Umnutzung musste zunächst eine Hälfte der Speicher abgerissen werden. Dabei handelte es sich um den fensterlosen Teil mit den 30 Meter hohen Silotürmen, in denen sich aus statischen Gründen keine Decken einziehen ließen. Beim Bodenspeicher in der anderen Hälfte des Gebäudes war die Standsicherheit hingegen ausreichend. Die neu errichtete Hälfte erhielt eine ähnliche Lochfassade wie der verbliebene Bestand. Sie verschwindet teils hinter verglasten Balkonen, die die Wohnungen akustisch von den nahegelegenen Mühlenwerken abschirmen sollen.

Wärmeschutz mit Steinwolle

Für die energetische Ertüchtigung der Fassaden entschied man sich für ein Wärmedämmverbundsystem mit mineralischen Putzträgerplatten aus Steinwolle. Beim Speichergebäude B, das als erstes umgebaut wurde, kam die bewährte Coverrock II zum Einsatz. Beim Speichergebäude A wurde die weiterentwickelte Coverrock X-2 mit einer Dämmstärke von bis zu 260 mm verbaut. Somit erreichen die Gebäude heute den Standard Effizienzhaus 40 (EH 40).

Sicherer Halt auch in großer Höhe

Die Coverrock X-2 empfahl sich nicht nur, weil sie nichtbrennbar ist, sondern auch durch ihre Dübeltragfähigkeit von bis zu 0,30 kN pro Dübel. Dadurch sind auch in großer Höhe, wie bei den beiden Speichern, vergleichsweise wenig Befestigungspunkte nötig. Alle marktüblichen Verdübelungsarten sind anwendbar. Hinzu kommt, dass ein WDVS mit einem Dämmkern aus Coverrock X-2 besonders windbelastbar ist. Bei einer Dämmdicke bis 200 mm kann das WDVS Windlasten von bis zu 2,40 kN/m2 aufnehmen und ist somit deutschlandweit selbst in windreichen Regionen und bei 25 Meter hohen Gebäuden einsetzbar.

Hersteller: Rockwool, Gladbeck

Fachwissen zum Thema

Steinwolle gehört zur Gruppe der der Mineralwolle und zu den im Bauwesen am häufigsten verwendeten Dämmstoffarten

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Nicht brennbare Putzträgerplatte mit Dübelbefestigung

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