Betonprisma 117: Weiterbauen

Beiträge zur Architektur

Die ständige Wiederholung von Abriss und Neubau sowie das Anwachsen von Städten und Immobilienportfolios scheinen unaufhaltbar. Dieser auf kurzfristige Profite programmierten Maschinerie steht ein Baustoff gegenüber, der – bei regelmäßiger Pflege – besonders langlebig ist: Beton. Bestandserhalt und -transformationen sind Thema der 117. Ausgabe der Zeitschrift Betonprisma, die den Titel Weiterbauen trägt. 

Eingangs erzählt Stephan Schütz, welchen Herausforderungen Planende bei Bestandsgebäuden begegnen. Der Büropartner von gmp Architekten hat unter anderem an den Sanierungen der Alsterschwimmhalle in Hamburg und der Hyparschale in Magdeburg mitgewirkt. In München schreitet die Ertüchtigung des Olympischen Dorfs voran: Zu lesen ist, wie Bogevischs Büro mit der Bewehrungskorrosion der Stufenbauten umgingen und die Wohnungen an aktuelle Wohnvorstellungen anpassen. 

Welche Strukturen begünstigen das Bauen im Bestand? Um diese Frage geht es im Gespräch mit Andreas Hild. Der Architekt stellt fest: „Solange wir aber unser Wirtschaftssystem, unsere Bauordnung und nicht zuletzt unsere Techniken einzig auf den Neubau ausrichten, wird es der Umbau schwer haben.“ Die gefragten Techniken können beispielsweise bei Concreto erlernt werden, einem italienischen Ausbildungsprogramm zur Betonerhaltung. Ein langes Interview führte die Redaktion außerdem mit Jitse van den Berg. Der Bürogründer von noA Architecten erzählt von abgeschlossenen Umbauprojekten und von der Bedeutung des flämischen Wettbewerbsverfahrens Open Oproep.

Aus dem Inhalt:

  • Gespräch mit Stephan Schütz: Den Rohbau nutzen und ertüchtigen
  • Im Labor der Moderne – Ertüchtigung der Stufenbauten im olympischen Dorf
  • Gespräch mit Andreas Hild: Der Umbau als Normalfall
  • Erhaltung der europäischen Betonarchitektur – Concreto
  • Gespräch mit Jitse van den Berg: Städte weiterdenken
  • Bau(meister)gemeinschaft – Gemischtes Wohnquartier am Gut Hellersdorf
  • m17 in Berlin – Neubau eines Wohnhauses aus Leichtbeton
  • Dekarbonisierung von Zement und Beton – Wo stehen wir heute und wo müssen wir hin?
  • Den Bestand würdigen und Neues wagen – Weiterentwicklung einer alten Remise
  • Weiterbauen mit Recyclingbeton – Neue Mitte Niederwerrn
  • Nachhaltiges und klimafreundliches Bauen mit Beton – Was ist heute möglich und welche Strategien sind zukunftsfähig?

Die aktuelle Betonprisma-Ausgabe 117 kann – ebenso wie ältere Hefte – kostenfrei im Betonshop des Informationszentrums Beton bestellt werden (siehe Surftipps).

Fachwissen zum Thema

Ziel der behutsamen Betoninstandsetzung ist, alternde Sichtbetonbauten so zu reparieren, dass sie ihre bauzeitliche Oberflächengestaltung möglichst behalten.

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Eine regelmäßige, schonende Reinigung von Betonoberflächen unterstützt den langfristigen Erhalt.

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Eine Bodenradarsonde ermöglicht die zerstörungsfreie Ortung von Bewehrung und Fehlstellen.

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Die 1973 eröffnete Hamburger Alsterschwimmhalle wurde unter Leitung der Büros GMP und SBP umfangreich saniert und umgebaut.

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Die Hyparschale in Magdeburg wurde vom Schalenbaupionier Ulrich Müther entworfen und stand lange leer. Nach den Plänen des Büros gmp wird sie aktuell saniert und umgebaut.

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