Betondruck im Erdreich

Fertigung eines Kellers mit Großraum-Roboter

Digitale Fertigung, 3D-Druck und Roboter sind längst keine Seltenheit mehr in der Architektur- und Baubranche. Doch es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Methoden und Systemen und auch ihr Einsatz auf der Baustelle ist nach wie vor ausbaufähig. In Weißenhorn wurden 2025 erstmals die tragenden Betonwände eines Kellergeschosses mit Hilfe eines mobilen Großraum-Druckers gefertigt. Zum Projekterfolg trug das Zusammenspiel aus verschiedenen Disziplinen und Unternehmen bei.

Der Drucker INSTATIQ P1 verbindet bewährte Baumaschinentechnik mit hochpräziser Robotik und setzt digitale Entwurfsdaten direkt auf der Baustelle um.
Mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde entstehen tragende Betonwände.
Bei den Kellerwänden in Weißenhorn kam ein spezieller Beton von Heidelberg Materials zum Einsatz, der eigens für den mobilen 3D-Druck weiterentwickelt wurde.

Im Mittelpunkt steht der Betondrucker INSTATIQ P1 („Progress One“). Er verbindet bewährte Baumaschinentechnik mit präziser Robotik und kann digitale Entwurfsdaten direkt auf der Baustelle umsetzen. Als Basis dient eine Autobetonpumpe auf einem LKW-Chassis, die über einen faltbaren Verteilermast mit einer Reichweite von 26 Metern verfügt. Der Druckkopf legt Betonstränge mit rechteckigem Querschnitt ab – bis zu 10 Zentimeter pro Sekunde. So entstehen Schicht für Schicht tragende Betonwände, ganz ohne Schalung. Auf der Baustelle in Weißenhorn war der Drucker innerhalb von 60 Minuten betriebsbereit. Nach wenigen Tagen war der gesamte Druck des Kellers abgeschlossen.

Für den mobilen 3D-Druck wurde ein spezieller Transportbeton der Festigkeitsklasse C25/30 entwickelt, der sich durch optimierte Pumpfähigkeit, hohe Formstabilität und eine schnelle Festigkeitsentwicklung auszeichnet. Per Fahrmischer erreicht der Beton die Baustelle, wo er in den Aufgabetrichter des Druckers gefüllt wird. Ein mobiler, batteriebasierter Energiespeicher LPO 100 liefert den nötigen Strom. Im Gegensatz zu einem permanent laufenden Dieselaggregat kann dieser Energie bedarfsgerecht abgeben, wodurch sich CO2-Emissionen und Lärmbelastung reduzieren.

Für die dauerhafte Abdichtung im erdberührten Bereich sorgte eine zweikomponentige, multifunktionale Bauwerksabdichtung MB 2K, die sich flexibel an die Geometrie der gedruckten Betonoberflächen anpasst und die Anforderungen an Dichtheit und Dauerhaftigkeit erfüllt. Im Spritzverfahren wurde die Abdichtung gleichmäßig und nahtlos mittels der Förderpumpe inoBE-AM M8 aufgebracht.

Beteiligte Unternehmen: Rupp Gebäudedruck (ausführendes Bauunternehmen); INSTATIQ (mobiler 3D-Betondrucker); Heidelberg Materials (3D-Druckbeton); Remmers (Bauwerksabdichtung); INOTEC (Maschinentechnik für Abdichtungslösung); Liebherr (mobile Energieversorgung)

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