Badehaus Seehotel Ambach
Auszeit mit Sauna und Outdoorpool
Zu einem Erholungsurlaub im 4-Sterne-Hotel am Kalterer See würden vermutlich die wenigsten „Nein“ sagen. Seit der Eröffnung im Jahr 1973 lockt das von Architekt Othmar Barth entworfene Seehotel Ambach Naturfreunde, Bergliebhaber und Ruhesuchende in die malerische Landschaft Südtirols. Im Jahr 2018 wurde das Beherbergungsangebot des traditionsreichen Hauses um eine moderne Spa- und Wellnesslandschaft im Hotelgarten erweitert. Für das pavillonartige Badehaus mit Outdoorpool zeichnen der ortsansässige Architekt Walter Angonese und das Bozener Architekturbüro Flaim Prünster Architekten verantwortlich.
Hölzerne Ruhe-Oase im Hotelgarten
Eingeschossig und als Pfahlbau leicht vom Bodenniveau abgesetzt, scheint das Badehaus im hinteren Teil des weitläufigen Hotelgartens floßartig zu „treiben“. Auf 250 Quadratmetern streckt sich der polygonale Grundriss des Pavillons vierarmig in seine Umgebung aus: westlich zu den hochgewachsenen Weiden, nördlich zur angrenzenden Streuobstwiese, östlich in Richtung Schwimmbecken und Hotel sowie südlich zum Kalterer See. Ein schmaler Weg aus regelmäßig angeordneten Steinplatten verbindet das Hotel mit der Ruhe-Oase aus gebürstetem und geöltem Holz – eine Materialwahl, die an den Schiffbau angelehnt ist. Der flache Baukörper mit bodentiefer Glasfassade und einer umlaufenden, überdachten Terrasse lädt nicht nur Hotel-, sondern auch Tagesgäste zum Entspannen und Verweilen ein.
Raumkapseln mit Erholungsangebot
Im Inneren des Badehauses nehmen vier eingestellte Volumen aus geschwärzter Eiche eine Finnische Sauna, ein Dampfbad, einen Regenraum sowie die Toiletten auf. Zusätzlich übernehmen die polygonalen Kammern eine tragende Funktion, indem sie die Lasten des Flachdachs abfangen. Die dunklen Boxen gruppieren sich um einen zentralen Patio mit Whirlpool, der von einem quadratischen Oberlicht belichtet wird. Umlaufende, raumhohe Glasscheiben lassen sich in gerahmten Abschnitten deckungsgleich verschieben und ermöglichen einen nahtlosen Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Die Unterseite des Dachs und der Boden des Spabereichs sind mit Teakleisten verkleidet und schaffen ein warmes und einladendes Ambiente.
Wohlfühlatmosphäre und sensorische Erlebnisse
Trotz ihres äußeren, düsteren Erscheinungsbildes warten die Eichholzkapseln im Inneren ebenso behaglich wie farbenfroh auf: die Sauna ist nach skandinavischem Vorbild vollständig aus hellem Holz gefertigt; die Wände und Decken der Toiletten sind in kräftigem Senfgelb gehalten. Ein dunkles Türkis verleiht dem Regenraum eine meditative, schummrige Atmosphäre. Namensgebend für den Nassbereich sind zwei in die Decke integrierte, runde Regenduschen, deren Nutzung eine besonders sensorische Körperpflege verspricht.
Outdoorpool für aktive Auszeiten
Wer körperlich aktiv werden möchte, kann dies im beheizten Schwimmbecken tun. Mit einer Länge von 20 Metern bietet der Outdoorpool auch Sportler*innen eine ausgezeichnete Alternative zum Eintauchen in den See. Wie das Badehaus ist auch die Schwimmanlage leicht vom Bodenniveau abgesetzt. Vier Stufen führen hinauf zu einer steinernen Terrasse, die das Wasserbecken L-förmig umgibt. Eine langgezogene Steinbank flankiert die nördliche Längsseite des Pools und schmiegt sich an die Topografie des Gartengeländes. Die bogenförmige Außendusche bietet zusätzlich rasche Abkühlung. -sms
Bautafel
Architektur: Walter Angonese, Kaltern mit Flaim Prünster Architekten, Bozen
Projektbeteiligte: Proap João Nunes (Landschaftsarchitektur); Jacopo Vantini (Projektarchitekt)
Bauherr*in: Seehotel Ambach
Fertigstellung: 2018
Standort: Campi al Lago 3, 39052 Kaltern, Italien
Bildrechte: Paolo Riolzi (Fotos); Flaim Prünster Architekten (Pläne)
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