Anforderungen an die Gesteinsbeschaffenheit

Wie alle anderen im Außenbereich eingesetzten Baustoffe ist Schiefer starken Umwelt- und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Qualitativ hochwertiger Schiefer weist eine hohe Beständigkeit gegenüber diesen Einflüssen auf, er kann allen eventuellen Faktoren standhalten und gewährleistet die schadensfreie Deckung eines Daches über Jahrzehnte.

Das Ijdock in Amsterdam ist eine künstliche Halbinsel, basierend auf einem städtebaulichen Masterplan von 1997: Dick van Gameren und Bjarne Mastenbroek entwickelten die Bebauung, indem sie großräumig verschiedene Achsen in einen quaderförmigen Block schnitten. Die Dachflächen in den Schneisen sind überwiegend mit Schiefer gedeckt.
Der Geschosswohnungsbau Walden 48 an der stark befahrenen Landsberger Allee in Berlin-Friedrichshain ist von Schiefer umhüllt (Architektur: ARGE Scharabi Raupach).
Einflussfaktoren auf das Naturprodukt Schiefer

Die Ursachen für eine mögliche Verwitterung liegen im Regenwasser und in den vom Wasser und der Luft transportierten Schadstoffen. Der Vorgang der Verwitterung kann physikalischer, chemischer bzw. biologischer Art sein – oder aber das Resultat eines Zusammenwirkens unterschiedlicher Vorgänge. 

Widerstand gegen Temperaturwechsel

Physikalische Schäden sind mechanische Zerstörungen. Sie können z.B. auftreten durch mechanische Zerstörungen des Gesteinsgefüges in Form von Frostschäden. Die Klimaverhältnisse Mitteleuropas (Schneelasten, Regen, Wind und Sturm, schneller Wechsel zwischen Hitze und Kälte mit großer Temperaturdifferenz) fordern daher einen hohen Dichtigkeitsgrad mit geringer Porosität und einer damit verbundenen minimalen Wasseraufnahme bei ausreichender Biegefestigkeit. Plötzliche Temperaturwechsel muss das Material ohne Schäden bestehen.

Schiefer mit Fremdeinschlüssen, z.B. körnigen Pyriten, halten schnellen Temperaturwechseln kaum Stand, weil die Ausdehnungskoeffizienten der verschiedenen Stoffe unterschiedlich sind und sich infolgedessen die körnigen Pyriteinschlüsse aus der Schieferplatte herauslösen können. Das trifft auch für dünne Quarz-Lagen quer zur Schieferung (Fachsprache: Köpfe und Messer) zu; diese Platten können z.B. die Regensicherheit eines Dachs gefährden.

Widerstand gegen chemische Angriffe

Unter dem chemischen Angriff wird der Einfluss von Schadstoffen aus der Luft verstanden. Schwefeloxide, Kohlendioxid und Stickoxide werden in Kombination mit Wasser zu Säuren umgewandelt, die den chemischen Angriff verursachen. Widerstandsfähigkeit gegen Säureangriff gewinnt bei den Umweltbedingungen (Deutschland gilt als hoch industrialisiert und dicht besiedelt) an Bedeutung. Für jedes Bedachungsmaterial gilt, dass abhängig von dessen Eigenschaften unter verschiedenen Umweltbedingungen unterschiedliche Wirkungen eintreten können (z.B. in feuchten, nebligen Industriegebieten oder trockenen Gebirgslagen).

Widerstand gegen biologische Einwirkungen

Unter dem biologischen Einfluss versteht man die Einwirkung von pflanzlichen und tierischen Lebewesen (Bewuchs mit Pilzen, Flechten, Algen, Bakterien). Dieser Einflussbereich trifft andere Baustoffe stärker als Schiefer.

Auch wenn eine Lagerstätte qualitativ hochwertigen Schiefer birgt, ist eine sorgfältige Prüfung nötig. Nur ein fachlich geschultes Auge vermag Störungen, Fremdeinschlüsse oder Nebengesteine sicher zu erkennen. Für die Aussagen zur Qualität von Schiefer sind Normen nur bedingt aussagekräftig.

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