Julia Stoschek Collection in Düsseldorf

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Oberlichtband und Dachplattform

Die junge Sammlerin Julia Stoschek entdeckte die Räume für ihr Galerie- und Lofthaus zufällig beim Gassigehen mit dem Hund: Der nun von den Berliner Architekten Kuehn Malvezzi umgebaute Industriebau, das denkmalgeschützte ehemalige „Conzen-Gebäude“, liegt eher unscheinbar in einem Düsseldorfer Hinterhof an der Schanzenstraße.

2.500 m² Fläche bietet das Haus, von dem ein Teil der Präsentation der Medienkunstsammlung Stoscheks dient, weitere Bereiche als Kinosaal (ein Großteil der Sammlung besteht aus Videoarbeiten) sowie als Lager ihrer derzeit 400 Stücke umfassenden Kollektion. Das Dachgeschoss mit großer Dachterrasse bewohnt die Sammlerin selbst.

Um der Präsentation der Videos gerecht zu werden, entwarfen die Architekten gezielt spannungsvoll komponierte Raumfolgen, bei denen kleine Kabinette mit großen Flächen im Wechsel begehbar sind. Zudem konnte die Sammlerin viele Künstler dazu bewegen, selbst Eingriffe in die Bausubstanz vorzunehmen: So installierte Olafur Eliasson 35 Spiegelkaleidoskope als Dreiecksfenster in die lange Wand eines Ausstellungssaales, der Glaspavillon auf der großen Dachterrasse stammt von dem amerikanischen Künstler Dan Graham. Die Erschließung der Exponate ist als vertikaler Parkours durch den Bau gestaltet, der die Besucher durch die beiden Ausstellungsetagen und zum im Keller gelegenen Kinosaal führt.

Dach
Von den beiden Hauptausstellungsetagen, die mit einem weiten Deckendurchbruch geöffnet wurden, führt der Weg in das zwölf Meter hohe Dachgeschoss. Hier erschließt eine filigrane Treppenkonstruktion die beiden eingehängten Wohnebenen und führt schließlich zu der 200 m großen Dachplattform mit dem Glaspavillon. Die Architekten entschieden sich dazu, das Dach des Altbaus anzuheben, ein neues Oberlichtband und eine begehbare Dachplattform anzubauen. Ein neuer Mittelaufbau markiert die Stelle, an der ehemals der Firmenschriftzug auf dem Dachfirst angebracht war.

Bautafel

Architekten: Kuehn Malvezzi, Berlin
Projektbeteiligte: Olafur Elisasson, Berlin (Kunst am Bau); Dan Graham, New York (Kunst am Bau)
Bauherrin: Julia Stoschek, Düsseldorf
Fertigstellung: 2007
Standort: Düsseldorf
Bildnachweis: Julia Stoschek Collection, Düsseldorf; Fotograf: Ulrich Schwarz, Berlin

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Interview mit Kuehn Malvezzi

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