Wohnsiedlung Living Gardens in Bad Pyrmont

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Gemeinsame Grünanlage überdacht die Tiefgarage

Inmitten eines Quartiers mit Einfamilienhäusern, und nur wenige hundert Meter vom historischen Stadtzentrum Bad Pyrmonts entfernt, realisierten Dreibund Architekten aus Bochum die Wohnsiedlung Living Gardens. Eine parkartige Grünanlage verbindet hier drei- bis viergeschossige, solitäre Mehrfamilienhäuser mit clusterförmig angeordneten, zweigeschossigen Einfamilienhäusern. Die Mehrfamilienhäuser liegen im nördlichen Teil des etwa dreiecksförmigen Geländes: drei davon direkt an der Löwenser Straße, zwei weitere zurückversetzt dahinter. Nach Südwesten sind in sieben Baukörpern entweder ein, zwei oder drei „Einfamilienhäuser“ zusammen geschaltet. Sie gruppieren sich um kleine Stichstraßen, die das Gebiet von der Solbadstraße erschließen. Die kleinteiligen, gestaffelten Baukörper mit maßvoller Höhenentwicklung und begrünten Flachdächern fügen sich harmonisch in die umgebende Bebauung.

Die Formensprache der Häuser ist klassisch modern, ihre Farbigkeit in Weiß und Grau dezent. Gründächer unterstützen die Einbindung der Baukörper in die Gartenanlage, die teilweise als Überdachung einer Tiefgarage im Zentrum der Siedlung fungiert. Jedes Gebäude hat einen unmittelbaren Bezug zur Grünfläche, die als halböffentlicher Park konzipiert ist. Die Wohnhäuser sind untereinander über einen mäandrierenden Fußweg verbunden, der von Sitzplätzen flankiert wird. Die Grundrisse, insbesondere der Geschosswohnungsbauten, sind flexibel konzipiert. Die Wohnungen sind barrierearm gestaltet und werden durch einen Aufzug direkt von der Tiefgarage aus erschlossen. Unterschiedliche Wohnungsgrößen und Wohnformen sollen das Zusammenleben verschiedener Generationen ermöglichen.

Flachdach
Die Dächer aller Wohngebäude sind als begrünte Warmdächer konzipiert. Lediglich bei den Dachterrassen kommt anstelle der Dachbegrünung ein Plattenbelag auf Stelzlagern zum Einsatz. Die Dachkonstruktion besteht aus Stahlbeton. Über einer bituminösen Dampfsperre ist eine druckfeste Gefälledämmung (im Mittel 220 cm stark) aufgebracht. Als Dachabdichtung wurde einer zweilagige Bitumenabdichtung verwendet, wobei die zweite Lage die Funktion der Wurzelschutzschicht übernimmt. Bei den Gründächern folgt auf die Abdichtung ein Schutz- und Speichervlies und dann eine 90 mm starke Substratschicht, die mit einer Sedum-Gras-Kraut-Mischung bepflanzt wurde. Die Entwässerung der Flachdächer erfolgt verdeckt innerhalb der Gebäude und wird im Tiefgaragengeschoss zusammengeführt. Als Notüberläufe wurden Speier in die Attika integriert.

Die Tiefgarage erstreckt sich zwischen den Gebäuden und wird vom halböffentlichen Park überformt. Das aufgebrachte Gründachsystem ist entsprechend mächtig und mit einer Festkörperdrainage und einem Granulat unterfüttert, um die Auflasten zu minimieren. Als Abdichtung dient eine spezielle Bitumenbahn im Gieß- und Einrollverfahren. Die Anschlüsse an die aufgehenden Baukörper sind mit einer Schlaufe ausgeführt, um geringfügige Bewegungen auszugleichen. Mit einem verzögerten Regenwasserabfluss trägt die Dachbegrünung dazu bei, die vorhandene Kanalisation nicht zu überlasten. Die Solaranlagen auf den Dächern sind ohne Durchdringung der Dachhaut mit Schwerkraftfundamenten aufgebracht.

Bautafel

Architekt: Dreibund Architekten, Bochum
Projektbeteiligte: Lederhose, Wittler & Partner, Dortmund (Tragwerksplanung); IB Landwehr, Dortmund (Planung TGA); J. Freitag, Bad Pyrmont (Projektsteuerung); Kracht Dachtechnik, Bad Pyrmont (Dachabdichtung und Dachbegrünung)
Bauherr: IDB Bad Pyrmont
Fertigstellung: 2014
Standort: Solbadstraße/Löwenser Straße, Bad Pyrmont
Bildnachweis: Fabian Linden, Bochum

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