Geschäftshaus „Münstertor“ in Ulm

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Sichtbetonfassade in Perfektion

Die Neue Straße in Ulm bildet seit der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg eine städtische Zäsur in der Altstadt. Auf der einen Seite das Ulmer Münster und das Stadthaus von Richard Meier, auf der anderen das mittelalterliche Rathaus und die Neue Stadtbibliothek von Gottfried Böhm.

Der Neubau für das Kaufhaus Münstertor bildet an dieser zentralen Stelle neuen städtischen Raum und schießt die Lücke der Altstadt. Das keilförmige Gebäude in Sichtbeton stellt den historischen Maßstab der umgebenden Gassen und Straßen wieder her. Der Innenraum des Gebäudes schafft durch die versetzt angeordneten Deckenaussparungen eine Transparenz die sich dem Besucher schon von außen erschließt. Neben Verkaufsflächen auf vier Ebenen gibt es ein Restaurant im Dachgeschoss mit Dachterrasse. Von hier bietet sich ein Panoramablick auf das Ulmer Münster.

Beton
Wie schon beim Paul-Löbe-, dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (beide in Berlin) und dem benachbarten Neubau für die Sparkasse Ulm benutzt Stefan Braunfels den Baustoff Beton, um einen Baukörper im wahrsten Sinne des Wortes "aus einem Guss" zu errichten. Die perfekte scharfkantige Ausführung der Sichtbetonfassade, das reduzierte Schalungsbild, die glatten Oberflächen sowie die leichte Maserung des Betons - das alles zeigt, wie das Büro mit seiner Erfahrung und in Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen die Ästhetik des Sichtbetons treiben kann.

Bautafel

Architekten: Stephan Braunfels Architekten, München/Berlin; Projektleiterin: Karin Melcher
Projektbeteiligte: Sailer, Stephan und Partner, München (Tragwerksplanung); August Inhofer Wohnbau, Senden (Bauleitung)
Bauherr: August Inhofer Wohnbau, Senden
Fertigstellung: Juni 2006
Standort: Münsterplatz 35, Ulm
Bildnachweis: Zooey Braun, Stuttgart

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