Zwei Papiere für mehr Kreislaufwirtschaft

Studie und Nachhaltigkeitsbericht des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP)

2020 veröffentlichte die Europäische Kommission ihren Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen sehen unter anderem eine überarbeitete Bauproduktenverordnung, Mindestwerte für den Rezyklatanteil sowie Vorgaben für die stoffliche Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen vor. Zugleich soll sich die Nutzungszeit von Materialien, Komponenten und Systemen im Bestand zu verlängern. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) 2023 die Studie Strategien für den Umgang mit Dämmsystemen, Putz und Mörtel nach der Nutzungsphase – Status quo und Rahmenbedingungen. Auf ihr aufbauend folgte 2024 die Publikation Ressourcen der Zukunft für Dämmsysteme, Putz und Mörtel – Schwerpunkte und Handlungsfelder.

Im Nachhaltigkeitsbericht sind Handlungsempfehlungen und Voraussetzungen für eine weitergehende Kreislaufwirtschaft formuliert.

Beide Veröffentlichungen entstanden unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP). Dieses führte einerseits die Studie im Auftrag des VDPM durch. Andererseits arbeiteten Wissenschaftler*innen des IBP mit den zuständigen Verbandsgremien für den anknüpfenden Nachhaltigkeitsbericht zusammen.

Studie zum Status quo

Im Rahmen der Studie wurde zunächst untersucht, in welchem Umfang Produkte der VDPM-Mitgliedsunternehmen heute bereits rückgebaut, recycelt und wiederverwendet werden. Dabei analysieren die Wissenschaftler*innen des IBP das spezifische Produktverhalten von Putzen, Mörteln und WDVS sowie aktuelle Stoffströme und regulatorische Rahmenbedingungen. Nicht betrachtet wurde der Umgang mit Verpackungsmitteln bei Herstellung, Transport und Verarbeitung. Anhand ihrer Erkenntnisse definieren die Autor*innen sieben Handlungsfelder: Produkte neu denken, Wiederverwendung, Reparatur, Recycling, Abfallvermeidung, Reststoffe, Umweltauswirkungen und Langzeitverhalten. Zu jedem der Handlungsfelder formulieren sie Empfehlungen für Industrie und Politik.

Maßnahmen für mehr Zirkularität

Im Nachhaltigkeitsbericht werden die Ergebnisse aufgegriffen und drei Handlungsfelder weiter ausgeführt: Beim Thema „Erhalt“ geht es um konsequente Abfallvermeidung, Weiterverwendung und Reparatur sowie um die Verringerung von Umweltauswirkungen und Optimierung des Langzeitverhaltens. Zur „Rückgewinnung“ gehören Recycling und Rezyklateinsatz sowie die Verwertung von Reststoffen. Unter dem Stichwort „Produkte neu denken“ wird gefordert, Bauprodukte von Beginn an darauf auszulegen, dass sie langlebig, leicht rückbaubar, wiederverwendbar sowie recyclingfähig sind.

Abschließend formulieren die Autor*innen Voraussetzungen, die für eine branchenorientierte und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft erfüllt sein müssen. Dazu gehören neben rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen auch der Blick auf den gesamten Produkt-Lebenszyklus und mehr Akzeptanz für wiederverwendete bzw. recycelte Produkte.

Die Studie und die Anschlusspublikation können als PDF kostenfrei heruntergeladen werden. Letzterer ist außerdem auch als Printversion erhältlich (siehe Surftipps).

Fachwissen zum Thema

Dämmstoffe können dazu beitragen, Energieverluste zu reduzieren.

Dämmstoffe können dazu beitragen, Energieverluste zu reduzieren.

Grundlagen

Elemente des energiesparenden Bauens

Beim Primärenergiebedarf wird neben dem Endenergiebedarf auch die vorgelagerte Prozesskette bis zur Bereitstellung der Energieträger einbezogen.

Beim Primärenergiebedarf wird neben dem Endenergiebedarf auch die vorgelagerte Prozesskette bis zur Bereitstellung der Energieträger einbezogen.

Grundlagen

Primärenergiebedarf

Surftipps

Kontakt Redaktion BauNetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Dämmstoffe sponsored by:
Deutsche Rockwool | Kontakt 02043 / 408 408 |  www.rockwool.de