Zwei Neubauten auf dem iXCampus in Saint-Germain-en-Laye

Holzfassaden als Sonnenschutz und Gestaltungselement

In Saint-Germain-en-Laye westlich von Paris befindet sich auf dem Gelände des historischen Château Saint-Léger der sogenannte iXCampus. An diesem Standort arbeiten Start-ups, Technologieunternehmen und Hochschulen gemeinsam an der Entwicklung neuer Technologien und tauschen ihr Wissen aus. Im Rahmen der Weiterentwicklung des Campus entwarfen Baumschlager Eberle Architekten zwei Neubauten in Holzhybridbauweise: das Gründer- und Unternehmenszentrum Inkubator sowie das Lehr- und Forschungsgebäude La Grande Orangerie haben eine Gesamtfläche von rund 17.700 Quadratmetern. 

Ein zentrales Anliegen des Entwurfs von Baumschlager Eberle Architekten war die behutsame Einbindung der Neubauten in die bestehende Parklandschaft.
Das Gebäude hat einen kreuzförmigen Grundriss.
Charakteristisch ist die vorgelagerte Fassadenkonstruktion aus Douglasienholz.

Behutsame Einbindung in die Parklandschaft 

Außer dem Château Saint-Léger, welches dem späten 19. Jahrhundert entstammt und von Dominique Perrault um 1990 zu einem Konferenzzentrum umgebaut wurde, befinden sich weitere Forschungs- und Bürogebäude auf dem Areal. Die Planung orientiert sich an weitläufigen Campusstrukturen in England und den USA. Die Neubauten wurden behutsam in die Parklandschaft integriert und so angeordnet, dass Sichtbeziehungen zum Schloss erhalten bleiben. Während das Gründer- und Unternehmenszentrum mit kreuzförmigem Grundriss den südöstlichen Eingangsbereich markiert, folgt das langgestreckte Lehr- und Forschungsgebäude der Hauptachse des Parks von Nordwesten nach Südosten. 

Holzhybridbauten für Wirtschaft, Forschung und Lehre

Die beiden Neubauten übernehmen unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Campus. Der kreuzförmige, dreigeschossige „Inkubator“ dient als Gründer- und Unternehmenszentrum mit flexiblen Büro- und Arbeitsflächen für Start-ups, Unternehmen und Forschungsteams. Die drei- bis vergeschossige „La Grande Orangerie“ beherbergt Lehr-, Forschungs- und Laborräume sowie Seminarräume und Büros für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hier soll der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gefördert werden. 

Vorgefertigte Holzrahmenelemente

Für „La Grande Orangerie“ entwickelten die Architekten gemeinsam mit den Tragwerksplanern von Bollinger+Grohmann großformatige, vorgefertigte Holzrahmenelemente. Diese sind bis zu zwölf Meter hoch, 3,30 Meter breit und 70 Zentimeter tief. Dank der industriellen Vorfertigung ließen sich die Fassaden- und Wandmodule auf der Baustelle schnell und mit geringen Lärmemissionen montieren, während der Campus in Betrieb blieb. Vertikal angeordnete Holzlamellen aus Douglasie kennzeichnen die vorgefertigten Fassadenmodule. Sie nehmen Bezug auf die Baumreihen des Parks, gliedern den langgestreckten Baukörper und dienen als konstruktiver Sonnenschutz. Durch eine partielle Geländeabsenkung und die Positionierung zwischen Bäumen fügt sich das Gebäude zurückhaltend in den Landschaftsraum ein.

Douglasienholzgeflecht als zweite Hülle

Der „Inkubator“ hat einen kreuzförmigen Grundriss: Vier Gebäudeflügel sind um einen zentralen Erschließungskern organisiert. Während Untergeschoss und Erschließungskern aus Beton bestehen, sind die oberen Geschosse in Holzrahmenbauweise errichtet. Charakteristisch ist die vorgelagerte Fassadenkonstruktion aus Douglasienholz – als konstruktiver Sonnenschutz reduziert sie den solaren Wärmeeintrag und verleiht dem Gebäude eine markante Gestalt. Sichtbare Holzoberflächen prägen auch die Innenräume und tragen zu einer warmen und hochwertigen Raumwirkung bei.

Bautafel

Architektur: Baumschlager Eberle Architekten
Projektbeteiligte: SAME Architectes, Paris (lokaler Planungspartner); Bollinger+Grohmann, Paris (Tragswerksplanung, Fassadenplanung) 
Bauherr/in: Foncière Château Saint Léger, Saint-Germain-en-Laye
Fertigstellung: 2025
Standort: 34 Rue de la Croix de Fer, 78100 Saint-Germain-en-Laye, Frankreich
Bildnachweis: Cyrille Weiner, Paris

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