Zubitegi Park in Mallabia
Modular gefügte Pavillonfolge
Weder Bauwerk noch Park, sondern ein offenes System – so leiten die EUmies Awards 2026 die Beschreibung zu einem ihrer nominierten Projekte ein. Zubitegi Kirol Parkea heißt er in der baskischen Sprache, Zubitegi Park auf Englisch, und beides steht für eine Parkbebauung, die Bear Architects in Mallabia im Norden Spaniens kreiert haben. Die nur knapp mehr als 1.000 Einwohner*innen zählende und östlich von Bilbao gelegene Ortschaft wünschte sich, das Gelände einer ehemaligen Kläranlage und entsprechend maroden Flusslandschaft wieder aufwerten zu lassen. Entstanden ist eine Abfolge an Pavillons, offenen Räumen und Plätzen für Sport- und Freizeitaktivitäten.
Die unterschiedlichen Strukturen bilden einen bunten Rahmen für soziale Interaktion und ökologische Regeneration gleichermaßen. Und dieser Rahmen ist länglich. Zwei Ebenen und damit auch ein Geländegefälle überwindet die insgesamt 3.731 Quadratmeter Bruttogrundfläche große Anlage, die von einer ovalen Wegführung und den zwischengelagerten Pavillons und Architekturelementen gekennzeichnet ist. Aufenthaltsbereiche, ein Padel-Platz, ein Sketepark, Spiel- und Sportgeräte sowie eine markante Treppe setzen sich zu zahlreichen Nutzungsbereichen zusammen.
Fließende Übergänge
Auffällig bleibt allseits das Spiel mit geometrischen Formen.
Das Tonnendach, die ausladende Wendeltreppe, die gerüstartigen
Stahltragwerke, Netze, Geländer, Überdachungen, Rundbögen,
kreisförmig zonierte Plätze und stets offene Raumstrukturen prägen
die Gesamtkomposition. Dazwischen lagert viel Grün, das durch
möglichst wenig erdberührte Bebauung und Versiegelung gestört
werden soll.
Trotz der Höhendifferenz von 19 Metern bleibt die Installation durch Rampen und Stege barrierefrei zugänglich. Die interagierenden Einzelelemente bilden dabei eine Abfolge mit stets fließenden Übergängen. Auch soll die Architektur im übertragenen Sinne eine Brücke schlagen zwischen der industriell und gewerblich geprägten Nachbarschaft und dem revitalisierten Naturraum.
Leichtbau und Materialreduktion
Der schlammige, instabile Untergrund erforderte es, konstruktiv
möglichst auf Leichtbau zurückzugreifen und auf tiefe Fundamente zu
verzichten. Das Architekturteam setzte dabei bewusst auf seriell
vorgefertigte Elemente sowie reduzierten Materialeinsatz. Schlanke
Betonstützen, filigrane Strahltragwerke und Profil- oder
Blechplatten bilden die Strukturen und Hüllen.
Die unterschiedlichen Pavillons und Bauteile sind dabei in bunten Farben, jedoch dezenten Pastelltönen gehalten. Dies soll auf ironische Art an die vormalige Industriebrache erinnern und gleichzeitig das wachsende Grün nicht farblich dominieren. Denn nicht nur die Menschen, sondern auch die Flächen rund um den renaturierten Bachlauf, der nun entlang des Parks verläuft, dürfen sich den Raum nach und nach wieder aneignen. -sab
Bautafel
Projektbeteiligte: Mecanismo (Tragwerk); SOil (Landschaftsplanung)
Bauherr*in: Ayuntamiento de Mallabia
Standort: Calle Mallabarrena, 48269 Mallabia, Bizkaia, Spanien
Fertigstellung: 2024
Bildnachweis: Luis Diaz Diaz, Jorge Isla, BEAR, Dron Mallabia