Zielturm am Rotsee bei Luzern

Hölzerne Hebeklapp- und Schiebeläden

Einmal im Jahr treffen sich Rudernde aus der ganzen Welt am malerischen Rotsee im Norden von Luzern. Dann nämlich dient der Schweizer See drei Wochen lang als Regattastrecke: Mit seiner Länge von knapp zweieinhalb Kilometern und einer Breite von höchstens 250 Metern gilt er als idealer Austragungsort für Ruderregatten. Den Zieleinlauf im Südwesten markiert ein zehn Meter hoher, hölzerner Turm als weithin sichtbare Landmarke. Geplant wurde der Zielturm vom Zürcher Architektenduo Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler.

Hebeklapp- und Schiebeläden verändern die Erscheinung der hölzernen Fassade
Mit breiten Verglasungen öffnen sich die Räumlichkeiten zum See
Die Gebäudehülle besteht aus Kiefernholz, dessen Absorptionsfähigkeit durch eine spezielle Behandlung verringert wurde

Der dreigeschossige Holzbau ist auf einer Betonplatte rund einen Meter über der Wasseroberfläche errichtet; ein Steg stellt die Verbindung zum Ufer her. Er besteht aus drei räumlichen Einheiten mit insgesamt 123 Quadratmetern, die leicht versetzt übereinander gestapelt sind und an manchen Stellen auskragen. Die unterste Ebene bietet Platz für Schiedsrichter und Kommentatorinnen, das Zwischengeschoss dient als Konferenzbereich und das oberste Geschoss als Büroraum. Alle Etagen öffnen sich mit raumbreiten Verglasungen zum See, Wände und Decken sind mit Kiefernholz und Spanplatten verkleidet.

Die gesamte Gebäudehülle besteht aus Kiefernholz, dessen Absorptionsfähigkeit durch eine spezielle Behandlung verringert wurde. Dadurch wird es resistenter gegenüber Witterungseinflüssen und deutlich langlebiger. Ist die hölzerne Fassade allseitig geschlossen, bildet sie ein Relief aus unterschiedlich großen Rechtecken und der Baukörper erscheint als skulpturale Box.

Die breiten horizontalen Fensteröffnungen des Zielturms lassen sich über Schiebe- oder Klappläden aus Kiefernholz verschließen. Schiebeläden sind im obersten Geschoss und vor den seitlichen Verglasungen der unteren Etagen angeordnet. Bei gleichbleibender Höhe variieren sie lediglich in der Breite; über Schienen ober- und unterhalb der Fenster werden sie bewegt. Ein spezieller Haltemechanismus dient der Fixierung.

Die raumbreiten Verglasungen der unteren Etagen, die sich nordwestlich zum See orientieren, sind verschließbar durch horizontale Hebeklappläden. Über mittig angebrachte Scharniere können diese nach oben zusammengeklappt und durch Arretierung auf Position gehalten werden. Sind die Läden geöffnet, kragen sie weit aus und verschatten die Innenräume. Die Bedienung aller Sonnenschutzelemente erfolgt manuell. Der gesamte Holzrahmenbau wurde vorgefertigt und in kurzer Zeit vor Ort montiert. Auf dem Areal rund um den Rotsee entsteht außerdem ein Ruderzentrum, das mit dem Zielturm ein architektonische Einheit bildet und dem Erholungs- und Naturschutzgebiet neue Identität verleihen soll.

Bautafel

Architekten: Andreas Fuhrimann Gabrielle Hächler Architekten, Zürich
Projektbeteiligte: Schärli Architekten, Luzern (Bauökonomie/Bauleitung); Berchtold + Eicher, Zug (Ingenieure); Lauber Ingenieure für Holzbau & Bauwerkserhalt, Luzern (Ingenieur Holzbau); 1a Holzbau Hunkeler, Ebikon (Holzbauer)
Bauherr: Naturarena Rotsee, Luzern
Fertistellung: 2013
Standort:
Südufer des Rotsees nördlich von Luzern
Bildnachweis: Valentin Jeck, Uerikon

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Treppen sponsored by:
ACO GmbH
Am Ahlmannkai
24782 Büdelsdorf
Tel. +49 4331 354-700
www.aco.de