Zentrum für Energietechnik in Dresden

Erforschung von Verfahren zur Strom-, Wärme und Kältebereitstellung

Vor mehr als hundert Jahren ließ die Königlich Technische Hochschule in Dresden ein Heizkraftwerk errichten, mit dem sie sich selbst versorgen konnte. Inzwischen wurden Teile des heute als Walther-Pauer-Bau bekannten Gebäudes abgerissen und durch das Zentrum für Energietechnik (ZET) ersetzt. Der Neubau dient der Erforschung innovativer Verfahren zur Strom-, Wärme und Kältebereitstellung auf Basis fossiler und erneuerbarer Energien und ist über einen Erschließungsriegel mit dem Walther-Pauer-Bau verbunden. Die darin untergebrachten Büro- und Vorlesungsräume ergänzen die Forschungbereiche des ZET.

Im Westen schließt der Neubau direkt an den Walther-Pauer-Bau an. Verbunden sind die Gebäude über einen Erschließungsriegel im Norden
Aluminiumlamellen umhüllen das Gebäude und lassen es je nach Blickwinkel offener oder geschlossener wirken
Eingang zum Gelände des ZET von Norden

Die mit der Planung des Neubaus beauftragten Architekten Knerer und Lang entwickelten ein kompaktes Gebäude, in dem auf rund 4.000 m² vier verschiedene Lehr- und Forschungskomplexe der TU Dresden angeordnet sind. Eine Fassade aus beschichteten Aluminiumlamellen umhüllt das Bauwerk und erlaubt je nach Standort des Betrachters Blicke auf verschiedene technische Installationen sowie Teile des Stahlbetontragwerks. Die technikorientierte Nutzung des Bauwerks ist durch Elemente wie die Ansaugöffnung für einen Windkanal und die als Bekleidungsmaterial eingesetzten Photovoltaik-Module (PV) auf der Südseite ablesbar.

Durch die Gliederung der Fassaden wirkt der Baukörper wie ein viergeschossiges Gebäude. Tatsächlich verbergen sich dahinter – bedingt durch die Anforderungen der technischen Anlagen – ein niedriges und ein extrem hohes Geschoss. Die oberen, hallenartigen Räume werden über Sheddächer belichtet, die vom Campusgelände aus nicht sichtbar sind. Im Norden des Baugrundstücks befinden sich zwei Bestandsgebäude: ein gemauerter Schornstein und ein Backsteinbau. Beide wurden im Rahmen der Baumaßnahmen saniert und in die neue Nutzung integriert.

Solares Bauen
Im ZET werden insgesamt 40 miteinander vernetzte Versuchsanlagen betrieben. Herzstück der Anlage ist ein Versuchskraftwerk mit einer Gas- und Dampfturbine, deren Abluft über einen Edelgaszug im sanierten Schornstein abgeführt wird. Anlagen zur Verbrennung konventioneller und alternativer Brennstoffe, wie z.B. Biomasse, ein Turbomaschinenversuchsfeld sowie Versuchsanlagen zur Solarthermie, Photovoltaik, Wärmeversorgung und –speicherung sind weitere Bestandteil des Neubaus. Der erzeugte Strom und die entstehende Wärme werden in das Energienetz der Universität eingespeist. In diesem Zusammenhang wird auch das alte, nördlich des ZETs gelegene Backsteingebäude genutzt, in dem der Übergang zwischen städtischem und TU-eigenen Fernwärmenetz erfolgt. Auch das ZET kann an dieser Stelle Energie einspeisen.

Die Photovoltaik-Module wurden überwiegend als Bekleidungselemente auf der Süd-Fassade des Gebäudes installiert. Weitere Elemente befinden sich auf den nach Süden geneigten Flächen der Sheddächer: Die ersten beiden Reihen sind mit PV-Modulen, alle weiteren mit Vakuumröhrenkollektoren bedeckt. Die verwendeten Module sollen in der Zukunft ausgetauscht werden, da der Test verschiedener Varianten zu den Projekten des ZET gehört.

Wegen des breiten Spektrums an Energietechnologien soll das Zentrum für Energietechnik auch im Innovationszentrum für Energietechnik eine Rolle spielen, das kürzlich von der Fraunhofer-Gesellschaft und der TU Dresden gegründet wurde.

Bautafel

Architekt: Knerer und Lang Architekten, Dresden
Projektbeteiligte: Büro für Baukonstruktion, Dresden; Gesa, Dresden; IP Herzog, Riesa (Elektroplanung); DTP Theaterbühnentechnik, Dresden (Hebebühnentechnik); Bauphysik@Intergrierte Planung, Dresden; Thiele Brandschutz, Dresden
Bauherr: Freistaat Sachsen, Dresden
Fertigstellung: 2010
Standort: George-Bähr-Straße 3b, Dresden
Bildnachweis: Jens Weber, München (Bilder 1-3); TUD/Karsten Eckold, Dresden (Bilder 4 und 5); Christian Hüller, Leipzig (Bilder 6-12)

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