Wohnhaus Sapphire in Berlin

Luxuriöses Wohnen hinter multifunktionaler Fassade

Das Bauprojekt des Architekturbüros Libeskind vereint 70 Eigentumswohnungen im oberen Preissegment, eine Tiefgarage sowie Gewerbeflächen in einem kantigen, expressiven Gebäude an der Chausseestraße in Berlin. Der Wunsch des Architekturbüros war es, diesem historisch aufgeladenen Eckgrundstück mit einem ikonischen Gebäude zu einer neuen Identität zu verhelfen.

Natürliches Licht als vielseitiges Designinstrument: Große Winkelfenster und schräge Wände fangen das Tageslicht ein, leiten es ins Innere.
Die hinterlüftete Fassade der komplexen Gebäudegeometrie ist mit bläulich schimmernden Feinsteinzeugplatten verkleidet.
Das Treppenhaus im Sapphire.

Geschichtsträchtige Lage

Das Gebäude steht auf dem Gelände der ehemaligen Wulfferschen Eisenfabrik, die im Zweiten Weltkrieg von ihren jüdischen Eigentümern enteignet wurde. Als Feuerland bekannt, war dieses Gebiet im 19. Jahrhundert Dreh- und Angelpunkt der Berliner Metallindustrie. Heute liegt das Grundstück in Berlin-Mitte, wo vor allem Start-ups angesiedelt sind, die dem Viertel ein neues kreatives Profil geben sollen.

Die Erbengemeinschaft der im Holocaust ermordeten Eigentümer*innen wünschte sich eine Bebauung, die das Vermächtnis ihrer Vorfahren würdigt. Für dieses Projekt, das sich direkt gegenüber der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes befindet, wurde der renommierte US-amerikanische Architekt und Stadtplaner Daniel Libeskind beauftragt. Libeskind ist in Berlin insbesondere für den Bau des Jüdischen Museums bekannt. Der Gebäudename Sapphire ist seine eigene Idee – angelehnt an den Edelstein Saphir, der bekannt ist für seine Härte, Widerstandsfähigkeit und sein facettenreiches Aussehen.


Luftreinigende Fassade

Das Markenzeichen dieses Wohn-Edelsteins“ ist die Fassadengestaltung. Die komplexe Gebäudegeometrie mit unterschiedlichen Fensterformaten ist mit schimmernden Feinsteinzeugplatten verkleidet. Die dreidimensionalen, geometrisch gemusterten Steinzeugfliesen bestehen aus einer Titanium-Keramik-Legierung, die je nach Lichteinfall für einen bläulich silbernen Glanz sorgt. Die von Libeskind für den Hersteller Casalgrande Padana entworfenen Fliesen sind insbesondere technologisch fortschrittlich, da die Kacheln sich selbst reinigen und zur Luftreinigung beitragen. Die Platten wurden mit dem Bios Self-Cleaning® -System behandelt, das als Ergebnis einer Partnerschaft zwischen Casalgrande Padana und dem japanischen Unternehmen TOTO, dem Weltmarktführer dieser neu entwickelten Technologie für die Fassaden-Außenverkleidung, hervorgegangen ist.

Bei Tageslicht und unter Sonneneinstrahlung binden die speziell beschichteten Keramikplatten luftverschmutzende Partikel auf ihrer Oberfläche und zersetzen sie. Regenwasser wäscht und reinigt die extrem hydrophile Keramikoberfläche. Entsprechend dimensionierte Fassadenrinnen auf den Terrassen und im Erdgeschossbereich sollen sicherstellen, dass die experimentelle Fassade auch bei starkem Regen optimal entwässert wird. Sie verhindern das Eindringen von Wasser durch raumhohe Verglasungen und andere Öffnungen in der Gebäudehülle, was potenzielle Bauschäden vermeidet.

Bautafel

Architektur: Daniel Libeskind, New York
Bauherrschaft: Holger Rausch und Rainer Bahr (Chausseestraße 43 Entwicklungs GmbH)
Projektbeteiligte: PORR (Generalunternehmer + Projektsteuerung); PORR (Tragwerksplanung); Wenzel + Wenzel, Berlin (Kostenüberwachung);  ACO, Büdelsdorf (Fassadenentwässerungssystem)
Standort: Chausseestraße 43, 10247 Berlin, Deutschland
Fertigstellung: 2017
Bildnachweis: Jan Bitter

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Wasserflächen wie hier auf dem Vorplatz der Firma Leica in Wetzlar kühlen aufgrund von Verdunstung die Umgebung in Hitzeperioden.

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Im Tür- und Fassadenbereich von Balkonen, Loggien und Terrassen muss sichergestellt sein, dass keine Feuchtigkeit von außen in das Gebäude eindringen kann.

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