Wohnhaus Pergolenviertel BF 10 in Hamburg

Aktive Mitgestaltung dank BIM

Seit 2016 entsteht das größte Neubauviertel im Hamburger Norden: Das Pergolenviertel. Rund 1.700 Wohneinheiten unterschiedlichen Typs sollen hier nach Fertigstellung zur Verfügung stehen. Neben Miet- und Eigentumswohnungen sind Studierendenwohnungen sowie Pflege- und Assistenzwohngemeinschaften geplant; 60 % der Wohnungen sind öffentlich gefördert. Darüber hinaus werden Nahversorgungs- und Gesundheitsangebote, drei Kitas und großzügige Freiräume sowie Kleingärten integriert.

Das Baufeld 10 teilten sich die zwei Hamburger Architekturbüros Spine Architects und DFZ Architekten.
Integriert sind viele unterschiedliche Wohntypen – Miet- und Eigentumswohnungen, Studierendenwohnungen sowie Pflege- und Assistenzwohngemeinschaften.
Besonders war der partizipative Planungsprozess, in enger Abstimmung mit den Wohnungseigentümer*innengemeinschaften und Genossenschaften.

Das Baufeld 10 des Pergolenviertels setzten zwei Architekturbüros in Kooperation um: Während der nördliche Teil von Spine Architects stammt, waren DFZ Architekten für den südlichen Teil verantwortlich. Das Ensemble besteht aus mehreren Gebäudeteilen, die zusammen einen Blockrand um einen begrünten Hof ausbilden. Einen markanten Hochpunkt bildet der südliche Baukörper mit seinen acht Geschossen, die restlichen Gebäudeteile sind viergeschossig. Integriert sind zwei Genossenschaften und drei Baugemeinschaften. Insgesamt umfasst das Projekt rund 19.000 m² Bruttogeschossfläche mit 51 Wohneinheiten im nördlichen Teil und weiteren 82 Einheiten im Süden des Ensembles. Jede dieser Einheiten, mit Flächen zwischen 50 und 150 m², verfügt über eine Außenfläche – je nach Lage in Form von Balkonen, Loggien oder Terrassen.


Viele Wohntypen, eine Fassade

Die Grundrisse der Einheiten unterscheiden sich aufgrund der verschiedenen Wohnungstypen zum Teil stark voneinander, wurden jedoch so arrangiert, dass das Ensemble als Einheit erscheint. Dafür sorgt auch die durchgehende Ziegelfassade im wilden Verband, die durch die Anordnung von Loggien, Fenstern und französischen Balkonen eine rhythmische Struktur erhält. An einigen der geschlossenen Fassadenbereiche ragt jeder zweite Ziegel hervor, an anderen Stellen bilden die Ziegel horizontale Reliefs aus. Dort, wo die Treppenhäuser liegen, wird diese reliefartige Gestaltung in Form von Filtermauerwerk fortgeführt. Dadurch erhält die Gebäudehülle mehr Tiefe und Bewegung. Im Kontrast zum rot-braunen Mauerwerk wählten die Beteiligten Fensterrahmen und Geländer in Schwarz.

Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über den Innenhof, der von vier Stellen aus über Durchgänge mit Rundbögen erreichbar ist. Dort finden sich neben privaten Terrassen außerdem ein gemeinschaftlicher Bereich mit Spielgeräten und Grünflächen. Im Untergrund verbindet eine gemeinsame Tiefgarage sämtliche Gebäudeteile.


Integrative Planung mit BIM

Die fünf Baugruppen, bestehend aus Wohnungseigentümer*innengemeinschaften und Genossenschaften, wurden in diesem Projekt durch die zwei Planungsbüros vertreten. Zudem unterstützten die Ausführungsbüros HSBZ und LR die Umsetzung vor Ort. In der Konzeptphase arbeiteten die Architekturbüros mit einer Kerngruppe aus Wohnungseigentümer*innen und Genossenschaften zusammen, während in der Entwurfs- und Ausführungsphasen jede Partei ihre individuellen Wünsche einbringen konnte. Dieser partizipative Planungsprozess erforderte intensive Abstimmungen und eine integrative Planung. Dafür wurde ein BIM-Planungsprogramm eingesetzt, das laut der Beteiligten eine hohe Flexibilität bei der parallelen Koordination der individuellen Anforderungen ermöglichte. Das erleichterte den Beteiligten die aktive Mitgestaltung und sorgte für einen strukturierten, aber anpassungsfähigen Planungsprozess.  

Ein wesentlicher Teil des Datenaustauschs erfolgte über DWG- und PDF-Formate, ergänzt durch die IFC-Schnittstelle des 3D-BIM-Modells. Letzteres diente vor allem als ergänzendes Kommunikationsmittel für eine detaillierte Visualisierung von Entwurfsständen, wurde aber auch per IFC mit den beteiligten Fachplaner*innen ausgetauscht.

Bautafel

Architektur: Spine Architects, Hamburg und DFZ Architekten, Hamburg
Projektbeteiligte: HSBZ Architekte, Hamburg und LR Architeken, Hamburg (Ausführung); Weber Poll, Hamburg (Tragwerksplanung); Ingenieursgesellschaft Torsten Erdmann, Hamburg (Technischer Ausbau); Lichtenstein Landschaftsarchitekten, Hamburg (Landschaftsarchitektur); Graphisoft, München/Budapest (Software: BIM-Planungsprogramm ArchiCAD)
Bauherr*in: Baugemeinschaften Pergolenviertel
Fertigstellung: 2023
Standort: Feldahornweg, Hamburg-Barmbek 
Bildnachweis: Martin Kunze (Fotos); Spine Architects (Pläne)

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Fachwissen zum Thema

Digitale Bauwerksmodellierung

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Grundlagen

Building Information Modeling (BIM)

Das Dateiaustauschformat IFC ist wesentlich für die Umsatzung von BIM-Projekten. Damit können BIM-Modelle samt nicht-geometrischer Informationen zwischen proprietären Softwares ausgetauscht werden.

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Standardisierung

Industry Foundation Classes (IFC)

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