Wohnhaus in Löwersberg

Grob verputztes Mauerwerk

Individualität und eine doch harmonische Einbindung in das ländlich geprägte Umfeld wünschte sich der Bauherr. Architekt Alexander Reichel interpretierte daher die traditionellen Bauformen neu: Er integrierte traditionelle Elemente wie Erker und Fensterläden aus Holz, fehlenden Dachüberstand und grob verputztes Mauerwerk in den kompakten Baukörper und setzte damit gestalterische Akzente. Das Ergebnis ist ein Wohnhaus aus Ziegeln, das beinahe als Teil der Landschaft wirkt. So spiegelt beispielsweise die asymmetrische Form des Satteldaches die unterschiedliche Steigung der umgebenden Hügel.

Fensterläden aus Holz und grob verputzte Mauern
Ziegeldachplatten verhindern die Überhitzung der zum Dach hin offenen Schlafräume

Der Baukörper ist in den Hang hinein geschoben. Eine vorgelagerte Mauer schützt das eingegrabene Kellergeschoss, das sich nach Südwesten öffnet. Kellerräume und eine separat nutzbare Souterrainwohnung lassen sich so ebenerdig erschließen und in die beiden Zimmer des Untergeschosses gelangt ausreichend Tageslicht.

Mauerwerk
Energiesparender Wärmeschutz ist auch ohne Dämmstoffe möglich - das zeigt dieses Wohnhaus im hessischen Schwalm-Eder-Kreis aus Ziegelmauerwerk mit einer Wärmeleitfähigkeit von lediglich 0,10 W/mK. Neben den Außenwänden wurden auch die Geschossdecken und der Dachstuhl als Massivdach aus Ziegeln gefertigt. Durch die homogene Bauweise wurden Wärmebrücken im Anschlussbereich von Bauteilen aus unterschiedlichen Baustoffen vermieden. Außerdem wurde durch den Einsatz von Ziegeldachplatten einer Überhitzung der zum Dach hin offenen Schlafräume im Hochsommer vorgebeugt. Der massive Baustoff speichert die Wärme zwischen und gibt sie während der kühleren Abendstunden an das Gebäudeinnere ab.

Die einheitliche Bauweise kommt auch dem Putz zugute: Aufgrund des homogenen Untergrundes und der zu vernachlässigenden minimalen Verformung von Ziegeln sind Mauerwerksspannungen bei sachgemäßer Ausführung praktisch auszuschließen.

Die einschalige Außenwand aus W 10 Planziegeln erreicht mit einer Stärke von 36,5 cm einen Wärmedurchgangswert der verputzten Fassade von 0,26 W/m²K.

Bautafel

Architekten: Alexander Reichel, Kassel
Projektbeteiligte: Alexander Hentschel, Kreutz und Partner, Nürnberg (Tragwerksplanung); Klaus-Peter Möller Bauunternehmung, Alheim (Rohbau); Unipor, München (Ziegel)
Bauherr: privat
Fertigstellung: 2005
Standort: Löwersberg, Schwalm-Eder-Kreis
Bildnachweis: Constantin Meyer, Köln für Unipor, München

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