Wohnhaus in Köln

Floating Space durch eine einheitliche Bodengestaltung mit Gussterrazzo

Im Kölner Stadtteil Lindenthal wurde ein Haus aus den frühen 1950er-Jahren vom Architekturbüro Catalanoquiel in einen Floating-Space verwandelt. Originale Bauelemente wie Buntglasfenster treffen auf eine Bodengestaltung aus fugenlosem Gussterrazzo.

Schönes Detail: Buntglasfenster des Künstlers und Glasmalers Friedrich Hans Lauten.
Eine Spiendeltreppe aus Edelstahl führt im sechs Meter hohen Wohnraum vom Erd- ins  Zwischengeschoss.
Küche mit Aussicht

Bedeutende Nachkriegsarchitektur

Der Architekt Hans Schilling (1921-2009) hat in seiner Heimatstadt zahlreiche Gebäude entworfen, darunter das Kolpinghaus und mehrere Sakralbauten. In den 1950er-Jahren entstanden auch Wohnhäuser wie Haus Douglas, Haus Flach und das zwischen 1952 und das 1954 erbaute Haus im Stadtteil Lindenthal – ein bedeutendes Beispiel der Nachkriegsarchitektur. Das freistehende, zweistöckige Haus wurde nun von dem ortsansässigen Architekturbüro Catalanoquiel umgebaut. Auf jeder Etage ist eine eigene Wohneinheit entstanden.

Erhaltenswerte Gestaltungselemente

Die Bauherrin, die in dem Haus aufgewachsen ist, wünschte sich die Erhaltung der originalen Gestaltungselemente, die das Gebäude kennzeichnen. Dazu gehören beispielsweise die Buntglasfenster des Künstlers und Glasmalers Friedrich Hans Lauten im Erdgeschoss, die dem sechs Meter hohen Wohnraum durch die schönen Lichtspiele eine fast sakrale Anmutung verleihen. Eine filigrane Spindeltreppe aus Edelstahl führt von hier in das Zwischengeschoss.

Floating Space

Die Raumstruktur wurde bis auf die statisch notwendigen Elemente reduziert, sodass ein offener, fließender Raum entstanden ist. Möbeleinbauten aus Holz sorgen für Zonierungen und bringen Wärme in das ansonsten eher kühl wirkende Interieur. Die Räume sind lichtdurchflutet, vor allem das Wohnzimmer, das über eine große Fensterfront samt Schiebetür mit dem Außenraum verbunden ist. Eine Glasbausteinwand im Eingangsbereich schafft zusätzliche Transparenz.

Boden aus fugenlosem Gussterrazzo

Der ursprüngliche Boden aus Naturstein konnte wegen der Grundrissänderung nicht erhalten bleiben. Außerdem wünschte sich die Bauherrin eine Fußbodenheizung. Um die Idee des offenen Grundrisses zu unterstreichen, wurde in allen Räumen fugenloser Gussterrazzo ohne Kunststoffzusätze verlegt. Der Belag wurde vor Ort verarbeitet und ist in seiner Farbgebung, Materialität und Wertigkeit an den ursprünglichen Natursteinboden angelehnt, so die Architekten. -csh

Bautafel

Architektur: Hans Schilling, 1952-54
Innenarchitektur/Umbau: CATALANOQUIEL Architekten, Köln
Bodengestaltung: Terrazzo N° T02160 (VIA)
Bauherr*in: privat
Standort: Köln-Lindenthal, Deutschland
Fläche: 160 qm
Fertigstellung: 2024
Bildnachweis: Eugenio D Catalano und Timo Stürmer (Fotos); CATALANOQUIEL Architekten, Köln (Grundrisse)

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Terrazzo bezeichnet einen meist fugenlosen Bodenbelag aus mineralischem Bindemittel und Gesteinskörnungen, der durch Schleifen und Polieren eine homogene, glänzende Oberfläche erhält. Im Bild: Terrazzoboden in der anktiken Stadt Herculaneum am Golf von Neapel

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