Wohnhaus in Allschwil

Holzrahmenbau mit sichtbarem Ständerwerk

Die kleine Schweizer Gemeinde Allschwil am südwestlichen Stadtrand von Basel grenzt auf zwei Seiten an Frankreich. Dank ihrer grünen Lage ist sie ein beliebter Wohnort im stadtnahen Baselbiet. Der historische Ortskern ist geprägt von dicht gereihten, meist zweigeschossigen Riegelhäusern (Fachwerkhäusern) mit Satteldach und sichtbarem Holzskelett. In der Schönenbuchstrasse realisierten die ortsansässigen Degelo Architekten zwischen den traditionellen Fachwerkbauten einen markanten Neubau.

Er ersetzt ein baufälliges, ehemals denkmalgeschütztes Riegelhaus (Fachwerkhaus).
Die Haupterschließung erfolgt von der Schönenbuchstrasse im Nordosten.
Die Fassadengliederung des Vorgängerbaus wurde übernommen.

Nach historischem Vorbild

Das zweigeschossige Einfamilienhaus ersetzt ein baufälliges, ehemals denkmalgeschütztes Riegelhaus, dessen marode Substanz eine Sanierung ausschloss und nach der Entlassung aus dem Denkmalschutz abgebrochen wurde. Der Neubau übernimmt die wesentlichen Merkmale des historischen Vorgängers – Proportionen, Fassadenraster und Öffnungsmaße – und übersetzt dessen Erscheinungsbild in einen zeitgemäßen Holzrahmenbau, ohne ihn schlicht zu kopieren.

Zwei Häuser und ein Verbindungsbau mit Terrasse

Der Neubau besteht aus zwei zweigeschossigen Häusern mit Satteldach, die traufseitig zur nordöstlichen Straße orientiert und über ein drittes Volumen verbunden sind. Zwischen den Hauptbaukörpern entsteht ein geschützter Terrassenraum, der an die Wohn- und Essbereiche anschließt. Um eine durchgängige Nutzung zu ermöglichen, wurde das Gelände so verändert, dass Vorder- und Hinterhaus auf gleichem Niveau liegen.

Zum gegenüber der Schönenbuchstrasse erhöhten Hauseingang führt eine Treppe mit kurzem Eingangspodest. Über eine Diele am zentralen Treppenaufgang werden Vorder- und Hinterhaus erschlossen; zugleich öffnen sich Küche und Wohnen zur geschützten Terrasse, die nach Nordwesten ausgerichtet ist. Die Treppe bindet alle Ebenen inklusiv Untergeschoss an; weitere ebene Zugänge erfolgen hofseitig über die Terrassentüren. Wechselnde Raumhöhen und differenzierte Raumabfolgen verleihen dem Haus eine lebendige, vielschichtige Struktur.

Eichenfachwerk und Furnierschichtholz aus Weißtanne

Der Neubau ist als vorgefertigter Holzrahmenbau errichtet. Für die tragende Ständerkonstruktion kamen massive Eichenholzriegel zum Einsatz. Für die Ausfachung der Fassaden wurden Furnierschichtholzplatten aus Weißtannenholz eingesetzt und für die Dämmung Steinwolle. Die Fassadengliederung und Proportionen des historischen Riegelbaus, wie Raster und Fensterformate, wurden weitgehend übernommen. Die Aussteifung gegen horizontale Kräfte wird nicht wie beim historischen Fachwerkhaus über Diagonalstreben von außen realisiert, sondern über innenliegende Holzwerkstoffplatten.

Die Fensterrahmen sind aus Eichenholz gefertigt. Die Geschossdecke ist als sichtbare Brettschichtholzdecke ausgebildet; sie übernimmt die Lastabtragung in Querrichtung und arbeitet konstruktiv mit dem übrigen Holztragwerk zusammen. Im Innenraum sind die Holzoberflächen unbehandelt und sichtbar belassen. Der hohe Vorfertigungsgrad des Holzrahmenbaus ermöglichte eine kontrollierte Fertigung und eine kurze Bauzeit.

Bautafel

Architektur: Degelo Architekten, Basel
Projektbeteiligte: Büro für Bau & Holz, Basel (Tragwerksplaner); Hürzeler Holzbau, Magden (Holzbau); Logo-Haus, Riehen (Elektroplaner)
Bauherr/in: Privat
Fertigstellung: 2023
Standort: Schönenbuchstrasse 11, 4123 Allschwil
Bildnachweis: Barbara Bühler, Basel 

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Fassade in Holztafelbauweise beim temporären Holzbau B-Part am Gleisdreieck in Berlin (Scharabi Architekten, 2019)

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Bauteile

Außenwandaufbau: Beispiele

Stark ausgeprägte Eichenholzbalken bei einem Fachwerkhaus aus Bilkheim (Ende 17. Jhd.)  im Freilichtmuseum Kommern / Nordrhein-Westfalen

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Holzbausysteme

Fachwerkbauweise

Furnierschichtholz besteht aus mehreren Lagen Schälfurnier, die miteinander verleimt sind.

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Baustoffe

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Aus der Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit sind Überreste von Pfahlbauten erhalten, die eine frühe Holzbaukultur der Bodenseeregion und der Ostschweiz dokumentieren (im Bild: Unteruhldingen am Bodensee).

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Einführung

Geschichte des Holzbaus

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