Wohnhaus Giskehagen 9 in Oslo

Maßgeschneiderte Badezimmerlösungen auf kleinem Raum

Westlich des Osloer Stadtzentrums ließ eine Familie den Dachboden ihres Reihenhauses umbauen. Der bis dato kaum genutzte Raum bot flächenmäßig Potenzial für die wachsende Bewohnerschaft. Wie für Dachböden typisch, erfordern die Schrägen des Dachstuhls Planungsgeschick und kreative Einfälle, um den vorhandenen Raum bestmöglich nutzen zu können. Insbesondere die Planung der Badezimmer verlangte nach maßgeschneiderten Lösungen. Diese sowie den übrigen Umbau entwickelte das ortsansässige Planungsbüro Studio Et al.

Eine schmale Treppe führt auf den Dachboden mit rechteckigem Grundriss.
Der Raum gliedert sich in zwei Bereiche –  die durch eine mittig angeordnete Badezimmerspange mit schmalem Durchgang getrennt sind.
Der Schlafbereich befindet sich im hinteren Teil; der Wohn- und Arbeitsbereich im vorderen Bereich direkt an der Treppe.

Raumgliederung

Eine schmale Treppe führt auf den Dachboden mit rechteckigem Grundriss. Der Raum gliedert sich in zwei Bereiche, die durch eine mittig angeordnete Badezimmerspange mit schmalem Durchgang funktional voneinander getrennt sind. Ein Schlafbereich nimmt den hinteren Teil des Dachbodens ein, während der Wohn- und Arbeitsbereich im vorderen Bereich direkt an die Treppe anschließt.

Innenausbau mit raumsparenden Einbauten

Wände, Dachschrägen und Bodenflächen sind einheitlich mit hellen Holzdielen bedeckt und verleihen dem Raum ein behagliches Ambiente. Zur optimalen Nutzung der durch die Dachschrägen eingeschränkten Raumflächen wurde an der rückwärtigen Giebelwand ein maßgefertigter Wandschrank integriert. Das mittlere Schrankelement ist über ein Schienensystem ausziehbar, während sich die seitlichen Türen konventionell jeweils zu einer Seite öffnen lassen. Auch entlang der Traufseiten wurden Regale und Schrankelemente nahezu unsichtbar und platzsparend in die Dachschrägen integriert, sodass auf zusätzliche Möblierung weitgehend verzichtet werden kann.

Lediglich ein kleines Waschbecken ragt aus der raumtrennenden Mittelwand hervor, hinter der sich der Badezimmerriegel befindet. Da die Zwischenwand allein keine ausreichende Tragfähigkeit für die Befestigung bietet, wird das Becken zusätzlich durch ein filigranes Edelstahlgestell getragen. Ein Spritzschutz aus gebürstetem Edelstahl hinter Waschbecken und Gestell schützt die Holzverkleidung vor Feuchtigkeitsschäden. Hinter zwei dezenten, hölzernen Türen oberhalb des Waschbeckens verbirgt sich zudem ein kompakter Badschrank.

Flexible Raumnutzung durch maßgefertigtes Türblatt

Für den Badezimmerbereich entwickelten die Planenden eine besondere räumliche Lösung: Entlang der beiden Traufseiten wurden ein separates WC auf der einen sowie ein Duschraum auf der gegenüberliegenden Seite als maßgefertigte Einbauten integriert. Kern des Konzepts ist ein speziell entwickeltes Türblatt, das konstruktiv so ausgebildet wurde, dass es jeweils an zwei unterschiedlichen Zargen anschließen kann. Dadurch entstehen je nach Stellung der Türen unterschiedliche Raumsituationen: Im geöffneten Zustand verbinden sich die beiden Nassbereiche zu einem zusammenhängenden, großzügig wirkenden Badezimmerbereich. Im geschlossenen Zustand werden WC und Dusche diskret verborgen, sodass ein schmaler, holzverkleideter Korridor entsteht, der den Wohn- und Schlafbereich miteinander verbindet. Inspiriert wurde die Ausführung von der maßgefertigten Tür im Atelier von Marcel Duchamp in der Rue Larrey 11.

Ausbau und Ausstattung der Sanitärräume

Die Wände der beiden Räume, Dusche und WC, sind halbhoch mit dunkelblauen, rechteckigen Fliesen ausgestattet; darüber wurden weiße Fliesen im gleichen Format verlegt. Die Dusche ist als Einbaudusche ausgeführt und wird zu drei Seiten durch feste Wände begrenzt. Brausestange, Handbrause sowie Armatur bzw. Thermostat sind seitlich angeordnet. Das großzügige Dachfenster bringt viel Tageslicht in den Nassbereich und ermöglicht eine effektive Belüftung des Raumes nach dem Duschgang. Eine kleine, maßgefertigte Eckablage in dreieckiger Form aus gebürstetem Edelstahl bietet Platz für Hygieneartikel. Im WC wird diese Formensprache wieder aufgegriffen: Ein ebenfalls dreieckiges, rechtwinklig ausgeführtes Waschbecken aus gebürstetem Edelstahl mit Einhebelmischer ermöglicht eine funktionale und platzsparende Nutzung des begrenzten Raumes. Ein geschwungener Toilettenpapierhalter aus dem gleichen Material ergänzt die minimalistische Gestaltung.

Bautafel

Architektur: Studio Et al., Oslo
Projektbeteiligte: Vraalstad Bygg (Bauausführung); Thomassen Mek (Stahlhersteller); Meling (Zusammenarbeit Türentwicklung)
Bauherr*in: Privat
Fertigstellung: 2024
Standort: Oslo, Norwegen
Bildnachweis: Willem Pab (Fotos); Studio Et al. (Pläne)

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