Wohneinrichtung für Jugendliche in Fouhren

Schieferdeckung und Solarenergie

Die luxemburgische Vereinigung Arcus ist aus karitativen Hilfswerken hervorgegangen, um Kinder, Jugendliche und Familien in sozialer, therapeutischer und pädagogischer Hinsicht zu unterstützen. Das Centre D`accueil pour jeunes ist eine von Arcus Luxemburg betriebene Wohneinrichtung für Jugendliche. Der dreigliedrige, zweigeschossige Neubau nach Plänen von Holweck Bingen Architectes ist anstelle eines baufälligen Anwesens aus dem 19. Jahrhundert errichtet worden. Fouhren (auch: Fuhren) gehört zur Gemeinde Tandel am Rande der Ardennen, die deutsche Grenze ist nicht weit.

Drei Gebäudeteile sind straßenseitig zusammengerückt. Gen Westen fassen die langen Gebäudeflügel trichterförmig einen Hof.
Die Anlaufstelle für Jugendliche hat verschiedene Angebote und nimmt den Platz eines baufällig gewordenen Hofes ein.
Schieferflächen und Photovoltaikmodule: Die Systemdeckung macht's möglich.

Insgesamt rund 2.000 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf zwei lange Seitenflügel und einen deutlich kürzeren Mittelteil. Jeder Gebäudeteil hat ein Satteldach, sodass sich der Bau mit drei Giebelseiten und einem zentralen Eingang zum östlichen Vorplatz an der Landstraße richtet. Gen Westen fassen die langen Seitenflügel einen Hof, zu dem sich der Mittelbau über große Verglasungen öffnet. Der Hof ist trichterfömig und weitet sich zur Landschaft; ein Sportplatz schließt unmittelbar an.


Privatsphäre und Gemeinschaft

Die Einrichtung bietet Platz für 17 Jugendliche, die hier wohnen oder nur tagsüber betreut werden. Das Raumangebot ist flexibel: Neben privaten Zimmern gibt es Räume für Bildung, Sport und weitere gemeinsame Aktivitäten.

Hell verputzte Fassaden mit farblich abgesetzten Bereichen rund um die Fenster kontrastieren mit anthrazitfarbenen Dächern. Der Dachüberstand ist minimiert und betont die an traditionelle Bauformen der Region angelehnte Kubatur. Zur Straße variieren die Fensterformate und verleihen der Schaufassade etwas Spielerisches, was die rahmenden weißen Putzflächen noch betonen.


Schiefer-Systemdeckung mit integrierter Photovoltaik

Die mit Schiefer gedeckten Dachflächen dienen auch der Energieerzeugung: In die verwendete Schiefer-Systemdeckung sind Photovoltaik-Module integriert. Das Gebäude ist im Passivhaus-Standard errichtet. Die Schieferdeckung war eine Vorgabe, damit sich das Anwesen gut in die lokalen Gegebenheiten einfügt. Denn die Landschaft der Eifel / Ardennen ist eine traditionelle Schieferregion.

Zur Systemdeckung gehören Tragprofile und wasserführende Verbindungselemente, die eine Rechteckdeckung mit Schiefer effizienter, einfacher und kostengünstiger machen. Ist das Schienensystem samt Tragprofilen und Verbindern montiert, werden die 30 x 40 cm großen Steine mit zwei Edelstahlhaken sturmfest fixiert. Sie sind im halben Verband angeordnet und erzeugen ein geradliniges, reduziertes Erscheinungsbild.


Warmwasserkollektoren und Solar-Luftabsorber

In den Systemaufbau eingebettet sind 510 Photovoltaik-Elemente mit einer Fläche von insgesamt 244,8 Quadratmetern und einer Leistung von 25,5 Kilowattpeak. Die 120 cm langen und 40 cm breiten Module fügen sich bündig in das Verlegeraster ein. Oberhalb der Schieferdeckung sind Warmwasserkollektoren und Solar-Luftabsorber montiert: acht Warmwasserkollektoren mit einer Gesamtgröße von 16 Quadratmetern sowie 37 Solar-Luftabsorber mit einer Gesamtgröße von 74 Quadratmetern. Damit ist das Dach ein wesentlicher Bestandteil des Energiekonzeptes: Das traditionelle Deckmaterial Schiefer trägt zur regionalen Einbindung bei und zeigt sich offen und anpassungsfähig beim Einsatz erneuerbarer Energien. -us

Bautafel

Architektur: Holweck Bingen Architectes, Diekirch, Luxemburg
Projektbeteiligte: Rollingertec, Steinsel (Dacharbeiten); Rathscheck Schiefer, Mayen (Schiefer-System mit Solar, InterSIN, blaugrau)
Bauherr*in: Gemeinde Tandel, Luxemburg
Baujahr: 2022
Standort: Dikricherstroos, 9289 Fouhren, Luxemburg
Bildnachweis: Rathscheck Schiefer, Mayen


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