Wohnanlage Sonnenfeld in Ulm

Transparenter Baukörper mit fassadenintegrierten Solarkollektoren

Das Areal Eselsberg in Ulm galt bereits im Rahmen der Expo 2000 als „Leuchtturmprojekt" - ambitionierte Vorgaben zur Energieeffizienz sollten eine besondere ökologische Qualität der Neubauvorhaben hervorrufen. Inzwischen wurden auf dem Gelände zahlreiche Passivhäuser errichtet. Eine interessante Ergänzung ist die Wohnanlage Sonnenfeld, die an einem Südhang insgesamt 22 Wohneinheiten beinhaltet. Zwei zentrale Treppenhäuser erschließen den viergeschossigen Baukörper mit teilweise offener Tiefgarage und zurückgesetztem Staffelgeschoss. Die Wohn­einheiten – vier davon im Penthouse-Stil im Dachbereich gele­gen – sind zu gleichen Teilen an die Treppenhäuser angeschlossen. Mit Blick auf die potenziellen Käufer wurden die Grundrisse und möglichen Kombinationen von Einheiten variabel gehalten, so dass eine relativ freie Einteilung der Wohnfläche ebenso möglich wurde wie das Zu­sammenlegen oder Trennen einzelner Flächen. Bei den sechs verschiedenen Penthaus-Varianten hatten die Käufer zum Beispiel die Auswahl zwischen Grundflächen von 106 m² bis zu 214 m².

Rechts der Fenster die solarthermische Warmwasserkollektoren, links die schmale, blickdichte Verblendung, oben der außenliegende Sonnenschutz
Wohnanlage Sonnenfeld in Ulm
Wohnanlage Sonnenfeld in Ulm

In die Südfassade wurde eine geschosshohe Aluminium Pfosten/Riegelkonstruk­tionen im Rastermaß von 2,80 m Höhe und 1,25 m Breite in Verbindung mit Dreifach-Verglasungen eingesetzt. Die Wahl eines Aluminiumsystems ermöglichte aus statischer Sicht die problemlose Integration der deutlich schwereren Dreifach-Isolierverglasungs-Elementen, die raumseitig zusätzlich mit Verbund-Sicherheitsglas auszu­statten waren.

Solares Bauen
Entsprechend den baurechtlichen Vorgaben auf dem Eselsberg wurde beim Energiekonzept ein hoher Standard verfolgt. Durch gute Dämmung erreicht das Gebäude in Verbindung mit der Dreifachverglasung und einer Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung den KfW-40-Standard. Die Wärmeversorgung über Fernwärme wird durch eine solarthermische Anlage unterstützt. Auf der Seite der Energiegewinnung sorgen solarthermische Warmwasserkollektoren in der Fassade für die Brauchwasser­erwärmung. Eine großflächig ausgelegte Photovoltaik-Anlage (60 kW Spitzenleistung / 54.000 kWh jährliche Einspeisung) auf dem Dach wandelt die Sonnenenergie in Strom um und senkt so die Nebenkosten zusätzlich.

Die Kollektoren in der Pfosten-Riegel-Fassade im Süd- und Westbereich prägen das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes. Sie liegen jeweils rechts einer verglasten Flächen, links der geschosshohen Fenster befindet sich eine schmale, vertikale Verblendung. An der Süd- und Westfassade sind oberhalb der Öffnungselemente außenliegende Sonnenschutzsysteme angebracht worden, die vor einer sommerlichen Überhitzung schützen.

Bautafel

Architekt: Nething Generalplaner, Neu-Ulm
Bauherr: Eberhardt Immobilienbau, Ulm-Ermingen (außerdem: Ausführungsplanung und Bauleitung)
Projektbeteiligte: Wölz Stahl- und Metallbau, Gundelfingen (Metallbau)
Standort: Virchowstraße 43 + 45, Ulm
Fertigstellung: 2005
Bildnachweis: Schüco, Bielefeld

Fachwissen zum Thema

Erhältliche Farben von multi- bzw. polykristallinen Solarzellen

Erhältliche Farben von multi- bzw. polykristallinen Solarzellen

PV-Module

Farbige PV-Module