Wildbrücke im Nordschwarzwald

Ein Korridor für die Natur

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erstreckt sich in seiner längsten bzw. breitesten Ausdehnung 90 Kilometer von Nord nach Süd und 65 Kilometer von West nach Ost. Mit rund 4.200 Quadratkilometern Fläche ist er damit der größte Naturpark Deutschlands. Er umschließt gänzlich den Nationalpark Schwarzwald und weist auch selbst eine einzigartige Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt sowie einen besonderen Kulturraum auf. Doch gerade für die Tiere sind die nötigen Verkehrswege wahre Schneisen und Begrenzungen ihres ohnehin eingeschränkten Lebensraums. Wildbrücken schließen diese Lücke und bilden dabei als Grünbrücken eine Erweiterung des natürlichen Habitats für die Tiere des Naturraums.

Die integrale Bogenbrücke besteht aus jeweils sechs Halbbogenabschnitten, die von einem fahrbaren Traggerüst aus montiert wurden.
Einige Arbeitsschritte wie etwa die Betonage der Kappen, sind noch notwendig, bevor die Brücke der Natur übergeben werden kann.

Weit im Norden des Naturparks bei Pforzheim galt es nun, solch eine sichere Passage über die Autobahn A8 zu realisieren. Die Baumaßnahme einer 64 Meter langen und 53 Meter breiten begrünten Wildbrücke, die das Waldgebiet Hagenschieß mit Niefern-Öschelbronn verbindet, ist Teil eines neuen, 4,8 Kilometer langen Abschnitts zur Querung des Enztals. Dabei erweitert die auftraggebende Autobahn GmbH Niederlassung Südwest mit diesem Großprojekt einen der letzten vierspurigen Abschnitte der A8 in Baden-Württemberg auf sechs Streifen. Durch die Grünbrücke sollen bedrohte Wildtierarten sowie zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum erhalten und erweitern können.

Lückenschluss auf dem Brückenscheitel in 12 Metern Höhe
Entstanden ist eine integrale Bogenbrücke aus jeweils sechs Halbbogenabschnitten, die von einem fahrbaren Traggerüst aus montiert wurden. Bis die kraftschlüssige Verbindung entstehen konnte, wurden die beiden Halbbögen von einer Stützkonstruktion auf dem Mittelstreifen gehalten. Für die Zusammenführung hoben 36 hydraulische Pressen die Betonteile bis 3 Zentimeter vom Stützgerüst ab. Anschließend konnte der 1,5 Meter breite Lückenschluss betoniert werden.

Wie immer erforderte die Maßnahme eine komplexe Planung und Baustellenkoordination, da sie während des Autobahnbetriebs erfolgen musste. Mit dem Baufeld auf einer gesperrten Richtungsfahrbahn floss der Verkehr in der Zeit auf der gegenüberliegenden Fahrbahn vorbei. Der Lückenschluss wurde in koordinierter Teamleistung fristgerecht abgeschlossen. Das Team des Unternehmens PORR übernahm dabei die Ausführung.

Weitere Schritte bis zur Fertigstellung der Wildbrücke
Die darauf folgenden Arbeiten umfassen unter anderem die Betonage der Kappen. Der Überbau wird zunächst abgedicht, bevor eine rund 10 Zentimeter dicke, bewehrte Schutzbetonauflage und rund 20.000 Kubikmeter Boden- oder Substratschichten eingebracht werden. Darauf baut dann eine Bepflanzung mit artgerechter Flora auf und die Wildbrücke kann der Natur übergeben werden. Eine weitere wichtige Funktion werden 2 Meter hohe Irritationsschutzwände auf beiden Seiten der Grünbrücke übernehmen. Als hochabsorbierende Elemente schützen sie die querenden Wildtiere vor Lärm und Licht, sodass diese sicher und störungsfrei den Naturparkkorridor erobern können.

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