Wie steht es um den Sand in Deutschland?

Vorkommen und Förderung des zweitwichtigsten Rohstoffs der Welt

Nach Wasser ist Sand der weltweit zweitwichtigste Rohstoff und in der Bauindustrie enorm gefragt. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre hat sich der Sand- und Kieshunger der Bauindustrie verdreifacht ­– einzig übertroffen vom Volumen des Rohstoffhandels mit Wasser. Zugleich häufen sich die Medienberichte über die globale Sandknappheit sowie die mit dem Abbau verbundene Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Wir schauen uns an, wie die Situation in Deutschland aussieht.

Der Rohstoff Sand ist in Deutschland in fast unerschöpflicher Menge und sehr guter Qualität vorhanden.
Unter der Oberfläche Deutschlands lagert mit wenigen regionalen Ausnahmen flächendeckend Bausand, der u. a. für die Herstellung von Beton, Hohlblock- und Vollmauersteinen, Dachsteinen, Ziegeln und Klinkern sowie für fast alle im Baugewerbe verwendeten mineralischen Produkte benötigt wird.

Was ist eigentlich Sand?

Als Sand wird Sedimentgestein in einer Korngröße von 0,063 bis 2 mm bezeichnet. Gröberes Sediment (bis 63 mm) wird als Kies kategorisiert. In Deutschland ist Sand in Mineralbruchstücken und seltener als fast reiner Quarzsand zu finden, der u. a. für die Herstellung von Kalksandsteinen benötigt wird.

In Mitteleuropa wird zwischen Bau- und Industriesand unterschieden. Während Bausand mit seinen unterschiedlichen Mineralen u. a. für die Herstellung von Beton, Hohlblock- und Vollmauersteinen, Dachsteinen, Ziegeln und Klinkern sowie für fast alle im Baugewerbe verwendeten mineralischen Produkte benötigt wird, nutzt die Industrie fast ausschließlich den sehr viel hochwertigeren Quarzsand – so zum Beispiel in Brems- und Filteranlagen, zum Sandstrahlen, in Kunstrasen oder als Spielsand. Auch die Glas-, Kunststoff-, Metall-, Chemie-, Pharma- und Papierindustrie kommen nicht ohne Quarzsand aus.

Sandknappheit?

Geologisch bedingt lagert unter der Oberfläche Deutschlands – mit wenigen regionalen Ausnahmen – flächendeckend Bausand. Dass Sand in Deutschland heute keine Mangelware ist, ist zusätzlich den großen Flüssen, insbesondere dem Rhein, zu verdanken, die sehr große Gesteinsmengen aus ihren Einzugsgebieten flussabwärts bewegt und dabei weitestgehend zermahlen haben. Übrig geblieben sind die besonders widerstandsfähigen und von der Bauindustrie gesuchten Mineralkörner. Lieferengpässe entstanden hierzulande bisher nicht durch Materialmangel, sondern durch Nutzungskonflikte sowie langwierige und teure Genehmigungsverfahren. Potenzielle Gewinnflächen sind häufig bereits für andere Nutzungen wie Wasser‐, Natur­‐ und Landschaftsschutzgebiete sowie Wohn‐ und Gewerbegebiete oder Straßen und Eisenbahnlinien bestimmt.


Sandförderung

Das deutsche Bau­ und Industriegewerbe hat einen immensen Sand‐ und Kiesbedarf, dem 2019 mit 259 Millionen Tonnen Baukies und Bausand in einem Wert von 1.825 Millionen Euro begegnet wurde. Kies und Sand werden in Deutschland in insgesamt 1.935 Werken gefördert (Stand: 2019). In 76 dieser Werke wird ausschließlich Kalksandstein gefertigt; davon an 41 Standorten die weißen KS-Steine und -Elemente. Im Gegensatz zu vielen anderen Nutzungsarten des Bodens (wie z. B. Gebäude- und Freiflächen sowie Verkehrsflächen), geschieht der Abbau oberflächennaher mineralischer Rohstoffe, wie etwa Sand, für eine zeitlich begrenzte Zeit.

Im Fall von Sand und Kies wird zuvor land‐ oder waldwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft für einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren zwischengenutzt und im Anschluss an den Abbau wieder renaturiert oder rekultiviert. Beobachtungen von NABU und der Gesteinsindustrie haben gezeigt, dass die Artenvielfalt an den Gewinnstellen schon im aktiven Betrieb steigt; nach der Renaturierung konnte an allen ehemaligen Kies- und Sandgruben ein Zuwachs von Biodiversität beobachtet werden (mehr dazu siehe Tipps zum Thema).

Die durchschnittliche Transportentfernung zum Kunden liegt beim Transport von Bausand und ­kies über die Straße bei 30 km, während sie mit der Bahn 220 km bzw. mit dem Binnenschiff 200 km beträgt, wie der Bundesverband Baustoffe ‐ Steine und Erden für 2018 ermittelt hat. KS-Original nutzt das natürliche Sand- und Kiesvorkommen Deutschlands für die Herstellung der Kalksandsteine, die mit durchschnittlich 40 bis 60 km ebenfalls einen geringen Transportweg zur Baustelle vorweisen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Deutschland zwar den Sandhunger mit dem Rest der Welt gemeinsam hat – die hiesige Sandgewinnung sich aber in allen Punkten unterscheidet.

Quelle: KS-Original, Hannover

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