Wassersensibler Quartiersumbau in Hamburg Billstedt

Abkopplung, Versickerung und natürlicher Rückhalt

Starkregen infolge der Klimakrise kann zu Hochwasser führen, mit katastrophalen Folgen. Städtische Gebiete sind wegen ihres hohen Versiegelungsgrads und der dichten Besiedelung besonders gefährdet. Wie groß das Risiko für die Bevölkerung ist, hängt von physischen Faktoren wie einer niedrigen Wohnlage ab, aber auch von sozioökonomischen Faktoren. Dies zeigt die Studie eines interdisziplinären Forschungsteams, die Anfang Oktober 2026 erschienen ist. Darin legten die Forschenden eine umfassende Risikoanalyse des Hamburger Stadtgebiets vor und stellten fest, dass soziale Vulnerabilität die negativen Folgen von Starkregen verstärkt (vgl. von Szombathely et al. 2026, siehe Surftipps).

Fünfzehn neue Mulden bieten Platz für insgesamt 320 Kubikmeter Regenwasser.
Die Mulden sind jeweils nur rund 25 Zentimeter tief und fügen sich unauffällig in die Grünanlagen des Quartiers ein.
Bauprozess

Ein Quartiersumbau in Hamburg Billstedt zeigt, wie ein bestehendes Wohnviertel mit einfachen Mitteln vorgesorgt werden kann. Zugleich kann ein wassersensibler Stadtumbau auch der Wasserknappheit vorbeugen. Hydraulische Simulationen zeigten, dass an diesem Standort eine Kombination aus Abkopplung, Versickerung und natürlichem Rückhalt von Regenwasser auch bei Starkregen ein tragfähiges Konzept ist, so die Ingenieurin Christina Gaykelche. Sie begleitete das Projekt für das kommunale Trinkwasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen HAMBURG WASSER. 

Statt das Regenwasser in die Kanalisation abzuleiten, wurden die Dachflächen von zehn Mehrfamilienhäusern mit rund 340 Wohnungen von der Kanalisation abgekoppelt. Fünfzehn begrünte Mulden fangen nun das Regenwasser auf und bieten Platz für insgesamt 320 Kubikmeter, also 320.000 Liter Wasser. Die Mulden sind jeweils nur rund 25 Zentimeter tief und fügen sich unauffällig in die Grünanlagen des Quartiers ein.

Die Kosten für die Umgestaltung der Außenanlagen werden auf rund 670.000 Euro beziffert. Das kommunale Wohnungsbauunternehmen SAGA, HAMBURG WASSER und die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) tragen jeweils ein Drittel der Projektkosten.

Quelle: HAMBURG WASSER

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