Warmwasser ohne Netzanschluss

Warmes Wasser für ein Internat in Nairobi trotz volatilem Stromnetz

Viele Jahre lang war warmes Wasser im Internatsgebäude des Mukuru Promotion Center in Nairobi (Kenia) ein Luxus. Die rund fünfzig dort lebenden Straßenkinder mussten kalt duschen – auch weil das Stromnetz nicht zuverlässig genug war, um jederzeit Warmwasser bereitzustellen. Die Trägerin der Institution, die Sisters of Mercy, hat nun vom österreichischen Hersteller my-PV eine Lösung gespendet bekommen, die für eine netzunabhängige Warmwasserbereitung sorgt.

Der DC Power-Manager Sol Thor sorgt unabhängig vom öffentlichen Stromnetz und in Kombination mit Photovoltaik für warmes Wasser.
Reinhard Krall, bei Sisters of Mercy für die technische Betreuung, Ausbildung, Bauüberwachung und Instandhaltung zuständig, mit David Safari, Fotograf für das Projekt vor Ort.

Ursprünglich sollte eine mit dem Stromnetz gekoppelte Photovoltaikanlage das Wasser in einem 1.000 Liter großen Boiler möglichst konstant auf rund 60 °C halten und gleichzeitig den Strombedarf des Internats decken. Das volatile Stromnetz Ostafrikas machte aus dieser eigentlich guten Idee jedoch eine unzuverlässige Lösung: Die Warmwasserbereitung funktionierte nur, wenn Netzstrom verfügbar war. So suchte der Österreicher Reinhard Krall, technischer Leiter des Mukuru Promotion Centre und ehemaliger Entwicklungshelfer, nach einer Alternative. Über einen ehemaligen Mitarbeiter des österreichischen Non-Profit-Dienstleisters BBM nahm er Kontakt zum österreichischen Hersteller my-PV auf. Dessen netzautarke Lösung ermöglicht die Warmwasserbereitung unabhängig von den häufigen Stromausfällen in Kenia.

Im Internatsgebäude kommt nun der DC Power-Manager Sol Thor zum Einsatz. Er nutzt den Gleichstrom aus den PV-Modulen, um damit den herkömmlichen Wechselstromheizstab im Warmwasserboiler zu betreiben – völlig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. Ein Wechselrichter wird dafür nicht benötigt. Auf dem Dach des Gebäudes befinden sich neun PV-Module mit einer Gesamtleistung von 4,05 kWp. Sie speisen den DC Power-Manager direkt, der neben dem Warmwasserspeicher angebracht ist. So kann der Solarstrom nahezu verlustfrei in Wärme umgewandelt werden. Eine Genehmigung des Netzbetreibers ist zudem nicht erforderlich.

Die Anlage versorgt zwei Badezimmer mit jeweils vier Duschen. Damit steht den Bewohnerinnen und Bewohnern des Internats auch bei Ausfällen des öffentlichen Stromnetzes stets warmes Wasser zur Verfügung.

Hersteller: my-PV, Neuzeug

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Stehender Warmwasserspeicher mit eingeschweißtem Glattrohrwärmetauscher und Korrosionsschutz durch Magnesiumsonde

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