Wandheizungen

Herkömmliche Heizkörper geben ihre Wärme überwiegend durch Konvektion an den Raum ab, also über die Erwärmung der Raumluft. Wandheizungen arbeiten dagegen mit einem hohen Strahlungsanteil. Dabei werden vor allem die raumumschließenden Flächen erwärmt, die ihrerseits Wärme an Personen und Objekte im Raum abgeben.

Wandheizungen bevor sie überputzt bzw. verdeckt sind
Nachdem die Wand verkleidet wurde, sind die Heizungselemente nicht mehr sichtbar

Für das thermische Empfinden ist nicht allein die Lufttemperatur maßgeblich, sondern die sogenannte operative Temperatur, also das Zusammenspiel von Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur der umgebenden Flächen. Dieses Prinzip nutzten bereits großflächige Kachelöfen. Unter günstigen Bedingungen kann daher eine etwas niedrigere Lufttemperatur als ausreichend empfunden werden. Als Orientierungswert gilt, dass eine Erhöhung der Raumtemperatur um 1 Kelvin den Heizenergiebedarf um etwa 6 % steigern kann; der tatsächliche Wert hängt jedoch vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Grundlagen zur Bewertung der thermischen Behaglichkeit finden sich unter anderem in der DIN EN ISO 7730 (Ergonomie der thermischen Umgebung – Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit).

Da Wandheizungen mit geringeren Luftbewegungen arbeiten, kann die Staubaufwirbelung reduziert werden. Dies kann sich positiv auf die Raumluftsituation auswirken, insbesondere bei sensiblen Nutzungen.

Technischer Aufbau und bauphysikalische Anforderungen

Wandheizungen werden häufig als Unterputzsysteme ausgeführt, bei denen flexible, wasserführende Rohrleitungen direkt auf das Mauerwerk oder auf eine geeignete Dämmschicht verlegt werden. Anschließend werden die Wandflächen verputzt. Außenwände mit integrierter Wandheizung sind bauphysikalisch nur sinnvoll, wenn sie ausreichend gedämmt sind. Andernfalls können erhöhte Wärmeverluste auftreten. Maßgeblich sind hierbei die Anforderungen der DIN 4108-2 (Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden – Mindestanforderungen an den Wärmeschutz) sowie der DIN 4108-3 (Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden – Klimabedingter Feuchteschutz).

Eine Ausführung im Trockenbau mit sogenannten Klimaelementen ist insbesondere im Sanierungsfall interessant, da hier nur geringe Feuchteeinträge in die Konstruktion erfolgen. Die Heizungsrohre sind werkseitig integriert und müssen vor Ort lediglich hydraulisch verbunden werden.

Wandheizungen eignen sich besonders für den Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Voraussetzung für den Anschluss an eine bestehende Heizungsanlage ist, dass diese entsprechend regelbar ist und hydraulisch angepasst wird. Planungsgrundlagen für Warmwasser-Heizungsanlagen sind in der DIN EN 12828 (Heizungsanlagen in Gebäuden – Planung von Warmwasser-Heizungsanlagen) festgelegt.

Wandheizungen im Kontext der Wärmewende

Im Zuge der Umstellung auf erneuerbare Wärmeerzeuger gewinnen Flächenheizsysteme zunehmend an Bedeutung. Wandheizungen ermöglichen aufgrund ihrer großen Übertragungsfläche niedrige Systemtemperaturen und lassen sich daher gut mit Wärmepumpen kombinieren. Gerade im Bestand können sie dazu beitragen, bestehende Heizsysteme an moderne Anforderungen anzupassen und die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu unterstützen.

Unter geeigneten Bedingungen können Flächensysteme zudem zur moderaten Temperierung in den Sommermonaten genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist eine sorgfältige Planung, gegebenenfalls mit Taupunktüberwachung, um Feuchteschäden zu vermeiden.

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