Wandgebundene Fassadenbegrünung

Die wandgebundene Fassadenbegrünung kennzeichnet der fehlende Boden- und Bodenwasseranschluss; die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen erfolgt in der Regel automatisiert.

Für die fassadengebundene Begrünung der „Living Wall“ wurden u.a. Staudenpflanzen, verschiedene Gräser- und Kräuter wie z.B. Taglilien (Hemerocallis sp.), Storchenschnabel (Geranium sp.) und Bergenien (Bergenia sp.), Purpurglöckchen (Heucherasp.) gepflanzt.
Vertikale Begrünung mit Pflanzen in Langrinnen, die vor der Fassade des Museo delle Scienze in Trient angebracht sind. Architektur: Renzo Piano Building Workshop
Hängepolster-Glockenblumen in Pflanztaschen mit einer Tiefe von etwa 20 cm

Diese Form der Begrünung umfasst prinzipiell drei Arten der Pflanzenanbringung in zwei Wuchsebenen:

  • In horizontaler Anbringung als Regalsystem mit Pflanzen in Pflanzgefäßen (Kübel oder Langrinnen), die vor der Fassade befestigt oder aufgestellt werden.
  • In vertikaler Anbringung mittels einzelner, bepflanzter Module mit einer Tiefe von 10 bis 25 cm, die rasterförmig vor der Fassade angebracht werden.
  • Als flächige Bepflanzung auf Geotextilien mit oder ohne Substratfüllung ebenfalls in vertikaler Wuchsebene.

Für alle drei Arten grundsätzlich geeignet sind Kletterpflanzen, Stauden, Kleingehölze, für die modulare und flächige Bepflanzung auch Moose. Hauptkriterium bei der Auswahl ist die zur Verfügung stehende Substratmenge und die damit einhergehende Exponiertheit der Wurzeln in Bezug auf Frostverträglichkeit. Abgesehen davon ist die verfügbare Pflanzenvielfalt schier unbegrenzt. Aus diesem Grund folgt eine reduzierte Auflistung der Pflanzenarten. Umfassende Tabellen mit geeigneten Pflanzenarten finden sich im Fachbuch „Vertikale Begrünung“ sowie den „Fassadenbegrünungsrichtlinien“ der FLL (siehe Tipps zum Thema).

Pflanzenauswahl bei horizontaler Wuchsebene
  • Stauden (am Beispiel Magistratsabeteilung MA48 Wien):
    Federnelke, Immergrüne Schleifenblune, Katzenminze, Schafgarbe, Thymian
  • Gehölze (am Beispiel Physikgebäude der Humboldt-Universität, Berlin-Adlershof):
    Zierkiwi, Fünfblättrige Klettergurke, Pfeifenwinde, Trompetenblume, Waldrebe (versch. Arten), Waldhortensie, Waldgeißblatt, Wilder Wein, Jungfernrebe, Weinrebe (versch. Arten), Chinesischer Blauregen
Pflanzenauswahl bei vertikaler Wuchsebene
  • Kleingehölze:
    Buchs, Echte Feige, Ginster (versch. Sorten), Japanische Aukube, Ranunkelstrauch, Mahonie, Gewöhnlicher Pfeifenstrauch
  • Stauden:
    Blaukissen, Bergenie, Felsen-Storchschnabel, Japan-Segge, Schöne Fetthenne
  • Moose:
    Kegelmoos, Purpurmoos, Schlafmoos, Silbermoos
Literatur: Baumann, R. (1983) - Begrünte Architektur, Bauen und Gestalten mit Kletterpflanzen. Verlag Callwey München // FFL, Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau (2018) – Fassadenbegrünungsrichtlinien // Köhler, M. (2022) - Handbuch Bauwerksbegrünung, 2. Auflage, Planung - Konstruktion - Ausführung. Verlag Rudolf Müller // Pfoser, N. (2018) - Vertikale Begrünungen, Fachbibliothek grün. Verlag Eugen Ulmer

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