Wärmepumpen auf Wachstumskurs: Update zum dena-Gebäudereport 2026
Update zeigt Voranschreiten klimafreundlicher Heizsysteme
Seit 2025 erscheinen ergänzend zum jährlichen dena-Gebäudereport zwei Updates pro Jahr, jeweils im April und September. Sie liefern damit noch aktuellere Zahlen, Daten und Fakten zur Energiewende im Gebäudesektor. Das Update vom September zeigt dabei je nach Marktsegment sehr unterschiedliche Entwicklungen: Im Heizungsbereich ist die Nachfrage nach Wärmepumpen deutlich gestiegen, während Gasheizungen im Neubau an Bedeutung verlieren. Der Ausbau von Gebäudesolaranlagen ist hingegen unter den geänderten Rahmenbedingungen des Solarspitzengesetzes und angesichts der Förderunsicherheit spürbar zurückgegangen. Erfreulich ist dagegen das starke Wachstum bei Batteriespeichern.
Wärmerzeuger in Neubau und Bestand
Besonders im Neubau verschiebt sich die Wärmeversorgung merklich in Richtung erneuerbarer Energien, Strom und Fernwärme, wie die Zahlen verdeutlichen. Zusammen kamen diese Energieträger 2025 bereits auf einen Anteil von über 89 Prozent in fertiggestellten Wohngebäuden (2024: 85 Prozent). Wichtigster Treiber ist dabei die Wärmepumpe mit einem Anteil von knapp 74 Prozent. Gasheizungen erreichten im Neubau mit rund elf Prozent einen historischen Tiefstand.
Im Gebäudebestand hingegen verläuft die Energiewende deutlich langsamer. Hier dominieren weiterhin Gasheizungen. Allerdings zeichnet sich eine leichte Trendwende ab: Nachdem ihr Anteil in den Vorjahren kontinuierlich gestiegen war, stagnierte er ab 2023 und sank 2025 erstmals leicht von 56,2 auf 56,1 Prozent. Der Anteil von Wärmepumpen beträgt im Bestand lediglich 4,3 Prozent.
Absatzzahlen von Wärmepumpen und Gasheizungen
Auch die aktuellen Verkaufszahlen bestätigen den Trend zur Wärmepumpe. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 194.500 Heizungswärmepumpen verkauft – ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil an den insgesamt abgesetzten Wärmeerzeugern stieg damit auf 55 Prozent. Deutlich rückläufig entwickelte sich hingegen die Gas-Brennwerttechnik: Während sie 2024 noch die Hälfte der verkauften Wärmeerzeuger ausmachte, lag ihr Anteil im ersten Halbjahr 2026 nur noch bei 30 Prozent.
Gebäudesolar und Netzstabilität
Beim Ausbau der Gebäudesolaranlagen zeigt sich ein gemischtes Bild. Im ersten Halbjahr 2026 ging der Zubau um 17 Prozent zurück. Mit rund 80 Gigawatt bleibt die insgesamt installierte Leistung jedoch auf einem hohen Niveau. Deutlich positiver entwickelt sich der Markt für Batteriespeicher: Im Juli wurde hier die Marke von 30 Gigawattstunden Speicherkapazität und rund 2,6 Millionen installierten Geräten erreicht. Monatlich kommen derzeit etwa 47.400 neue Speicher hinzu. Besonders stark wächst derzeit das Segment der Großbatteriespeicher. Dennoch entfällt mit rund 24 Gigawattstunden der Großteil der installierten Speicherkapazität auf Heimspeicher in Wohngebäuden. Damit wächst der Speichermarkt seit mehr als einem Jahr schneller als der Solarmarkt. Das unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Flexibilität und Eigenverbrauch im Gebäudesektor.
Über das „Gebäudeforum klimaneutral“
Der Gebäudereport erscheint im Rahmen des Gebäudeforums klimaneutral (Website siehe Surftipps). Das Projekt der dena ist die zentrale Anlaufstelle für klimaneutrales Bauen und Sanieren in Gebäuden und Quartieren. Es stellt Informationen und Arbeitshilfen bereit, fördert den Wissensaufbau zu Innovationen und macht die Fortschritte der Energiewende im Gebäudesektor anhand von Praxisbeispielen sichtbar. Unterstützt wird das Expertenteam des Gebäudeforums klimaneutral von einem Fachpartnernetzwerk aus Branchenverbänden und Vertretenden aus allen Regionen Deutschlands. Ziel ist es, Wissen zu verbreiten und so die Energiewende im Gebäudebereich zu beschleunigen.
Fachwissen zum Thema
Buderus | Bosch Thermotechnik GmbH | Kontakt 06441 418 0 | www.buderus.de